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Mutmaßlicher NS-Verbrecher: John Demjanjuk "ohne Zweifel haftfähig"

Der mutmaßliche NS-Scherge John Demjanjuk ist gesund genug für die Untersuchungshaft. Das hat die medizinische Untersuchung in der Münchner Haftanstalt Stadelheim ergeben. Der Gesundheitszustand sei "besser als man es bei einem 89-Jährigen erwarten kann", teilten die Ärzte mit.

Der mutmaßliche Nazi-Verbrecher John Demjanjuk ist nach Einschätzung der Ärzte der Münchner Haftanstalt Stadelheim haftfähig. "Sein Zustand ist gut - er ist nicht altersadäquat, sondern besser, als man es bei einem 89-Jährigen erwarten kann", sagte der stellvertretende Leiter der Justizvollzugsanstalt Jochen Menzel. Demjanjuk, der nach Angaben seines Anwalts an einer Nierenerkrankung, einer Vorstufe zur Leukämie, Rheuma und Gicht leidet, war nach seiner Ankunft von einem Landgerichtsarzt und Ärzten der JVA Stadelheim untersucht worden. "Jetzt ist er ohne Zweifel haftfähig", fasste Menzel das Ergebnis zusammen.

In Demjanjuks Alter könne sich der Gesundheitszustand allerdings stündlich ändern, erklärte Menzel weiter. "Was morgen ist, wissen wir nicht." Derzeit zeige der 89-Jährige keinerlei Auffälligkeiten. "Er läuft herum, er sitzt am Tisch, er nimmt Anteil, er ist gut ansprechbar."

Nach Angaben von Demjanjuks Anwalt Günther Maull lehnte das Oberlandesgericht inzwischen eine Haftbeschwerde ab. "Wir überlegen, ob wir eins von den nunmehr zur Verfügung stehenden Rechtsmittel in Gang setzen", sagte Maull.

Demjanjuks Auslieferung war ein langwieriges juristisches Ringen vorausgegangen. Der frühere Automechaniker hatte sich seit vielen Wochen in den USA vor allem mit Hinweis auf seinen schlechten Gesundheitszustand gegen seine Abschiebung gewehrt und sogar den Obersten Gerichtshof in Washington eingeschaltet. Demjanjuk bestreitet die ihm zu Last gelegten Vorwürfe. Sein Sohn John erklärte am Montag, es gebe keine Beweise, dass sein Vater jemals einen Menschen auch nur verletzt habe.

Derzeit wird geprüft, ob Demjanjuk auch verhandlungsfähig ist. Ein Sachverständigengutachten sei in Auftrag gegeben, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler. "Ich gehe davon aus, dass die Verhandlungsfähigkeit binnen der nächsten zwei Wochen festgestellt werden kann." Die Anklagebehörde rechnet damit, dass die Beweise für einen Prozess ausreichen. "Wir gehen davon aus, dass die Anklage zugelassen wird." Hauptbeweismittel ist ein SS-Ausweis mit der Nummer 1393, der Demjanjuks Tätigkeit in Sobibor belegen soll. Derzeit liefen noch Rechtshilfeersuchen, sagte Winkler. "Es geht darum, dass wir im Ausland Zeugen aus der damaligen Zeit finden wollen." Die Zeit drängt wegen des hohen Alters von Beschuldigtem und Zeugen. Es wird deshalb mit einer Anklage bis zum Sommer gerechnet. Der Prozess könnte dann im Herbst beginnen.

Ein Prozess gegen Demjanjuk auf deutschem Boden hätte nach Auffassung von Michael Wolffsohn, Historiker an der Universität der Bundeswehr in München, hohen Symbolcharakter. Theoretisch hätte man Demjanjuk auch in den USA den Prozess machen können, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Das Verfahren gegen Demjanjuk sei auch ein Zeichen von Gerechtigkeit.

DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.