Mutmaßlicher Triebtäter Ortstermin mit Behörden


Zwei seiner vermutlich neun Opfer will der französische Mörder Michel Fourniret auf dem Grundstück seines Schlosses vergraben haben. Französische und belgische Behörden nehmen das Land nun unter die Lupe.

Unter starker Bewachung ist der mutmaßliche französische Serienmörder Michel Fourniret am Sonnabend zu seinem Schloss geführt worden, wo er zwei seiner mindestens neun Opfer vergraben haben will. An dem Ortstermin in Sautou in den französischen Ardennen war auch Fournirets Frau Monique Olivier dabei, die dem 62-Jährigen zehn Morde vorhält. Olivier hatte Fourniret "bei der Jagd" nach einigen Opfern geholfen und ist selbst in Polizeigewahrsam.

An dem Ortstermin nahmen auch Experten der belgischen Polizei teil. "Wir sind hier, um die Opfer zu identifizieren", sagte der belgische Ermittler Thierry Wouters. Der als "pervers und intelligent" geltende Fourniret hatte eigenen Angaben zufolge seine Opfer, zumeist junge Mädchen, in Frankreich und Belgien ausgesucht und oft jenseits der Grenze vergraben, um die Arbeit der Polizei zu erschweren. Die niederländische Polizei prüft, ob der Triebtäter auch für Morde in den Niederlanden in Frage kommt.

Fourniret hat zugegeben, die 12-jährige Belgierin Elisabeth Brichet und die 22-jährige Französin Jeanne-Marie Desramault auf dem 15 Hektar großen Schlossgelände vergraben zu haben. Für erhebliche Beunruhigung sorgt in Frankreich, dass ein Teil seiner Bluttaten schon verjährt sein dürfte. In Frankreich verjährt Mord nach 10 Jahren und in Belgien nach 15 Jahren, wenn die Ermittlungen keine neuen Erkenntnisse mehr bringen. Die meisten Fourniret zugeschriebenen Morde geschahen Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre.

Fourniret wird als Förster bezeichnet, hat aber offenbar nie in diesem Beruf gearbeitet. Er wechselte häufig die Tätigkeit und war sogar einmal Schulaufseher gewesen. Seine Opfer lockte er zumeist in sein Auto, fesselte und vergewaltigte sie, um sie später zu töten und zu verscharren. Einen Mann erschoss er nach seinen Aussagen aus Geldgier. Erst die Flucht eines seiner belgischen Opfer im Juni 2003 führte zu seiner Verhaftung.

DPA DPA

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