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Gerichtsprozess in Iowa: Tiere waren wichtiger: Mutter verweigert Kindern Essen - dann bricht eine Tochter tot zusammen

Man will sich das Martyrium nicht vorstellen, dass drei Geschwister im US-Bundesstaat Iowa erleben mussten. Ihre Adoptivmutter verweigerte ihnen systematisch Nahrung, ein Kind starb. Nun wurde die 43-Jährige verurteilt.

USA- Iowa - Hungertod - lebenslange Haftstrafe

Die kürzlich unter anderem wegen Mordes verurteilte Nicole F. im Gerichtssaal (Archivbild)

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Es muss ein unvorstellbares Martyrium gewesen sein, dass drei Geschwister im US-Bundesstaat Iowa erlebt haben - zugefügt von der eigenen Adoptivmutter. Für das älteste der drei Kinder, die erst 16-jährige Natalie F., endete es gar tödlich: Das Mädchen starb im Oktober 2016, nachdem es völlig unterernährt einen Herzstillstand erlitten hatte. Am vergangenen Freitag wurde die 43-jährige Mutter Nicole F. von einem Gericht wegen Mordes durch Verhungern sowie wegen Entführung in mehreren Fällen zu dreimal lebenslanger Haft verurteilt, wie unter anderem der "Mirror" berichtet.

In ihrem Urteilsspruch sagte die zuständige Richterin, sie könne sich nicht vorstellen, "was für ein geistiges Trauma die Kinder erlitten haben". Sie verbat Nicole F., jemals wieder Kontakt zu ihren Kindern aufzunehmen.

"Da du nicht aufstehst, werde ich dich auch nicht füttern"

Den Berichten zufolge wog Natalie F. bei ihrem Tod gerade einmal noch etwas mehr als 43 Kilo. Fett habe ihr Körper da schon keines mehr gehabt. Das Mädchen war damals völlig entkräftet im Badezimmer zusammengebrochen, als die Polizei sie fand, soll sie eine völlig verdreckte Windel getragen haben. Zu diesem Zeitpunkt war die 16-Jährige bereits so schwach, dass sie nicht mehr stehen konnte. Ihr Bruder Jaden sagte demnach während der Verhandlung aus, seine Mutter habe Natalie nur kurz vor deren Tod gesagt: "Da du nicht aufstehst, werde ich dich auch nicht füttern." Besonders verstörend: Nicole F. soll nach der Herzattacke ihrer Tochter rund 15 Minuten gewartet haben, ehe sie den Notruf wählte. 

Ihren Geschwistern, die beide ebenfalls stark unterernährt waren, erging es nicht viel besser. Nicht nur habe Nicole F. ihnen trotz verzweifelter Bitten regelmäßig Nahrung verweigert. Auch hätten die beiden wie ihre verstorbene Schwester in einem völlig verdreckten Schlafzimmer ohne Möbel leben müssen. Ein Polizist sagte im Prozess aus, überall habe menschlicher und tierischer Abfall herumgelegen, der Boden sei voller Urin gewesen.

Tierwohl offenbar wichtiger als die Kinder

Den Raum durften die Kinder laut Aussage Jadens nur selten verlassen. Bei Durst hätten sie aus der Toilette trinken müssen. Als die drei Opfer sich eines Tages aus dem Haus schlichen, um bei Nachbarn um Essen zu betteln, hätten Nicole F. und ihr Ex-Mann Joe F. das Zimmer regelrecht verbarrikadiert. 

Die Staatsanwaltschaft warf der 43-Jährigen in ihrem Plädoyer laut "Daily News" vor, sich mehr um ihre Tiere - demnach wimmelte es auf dem Anwesen vor Katzen und Hunden - als um ihre Kinder gekümmert zu haben. Die Strafe für ihr grausames Verhalten hat Nicole F. nun erhalten.

Ihr Ex-Mann Joe wird sich ab April in einem eigenem Verfahren wegen Vernachlässigung von Kinder verantworten müssen.


mod