Mysteriöse Fundserie Die abgetrennten Füße von Kanada


Seit Anfang des Jahres werden an Kanadas Pazifikküste ständig abgetrennte Füße angeschwemmt. Nun entdeckte eine Spaziergängerin den sechsten Fuß. Er steckte in einem Schuh einer bekannten deutschen Marke.

Erneute grausige Entdeckung an Kanadas Pazifikküste: Zum sechsten Mal in weniger als einem Jahr wurde ein abgetrennter Fuß in einem Joggingschuh angeschwemmt. Eine Spaziergängerin habe den rechten Fuß, der in einem schwarzen Adidas-Schuh steckte, an einem Strand auf Vancouver Island entdeckt, berichtete die Managerin eines nahegelegenen Zeltplatzes. Die Finderin des Fußes habe von ihrem Büro aus die Polizei alarmiert, danach seien sie beide zu der makabren Stelle am Strand zurückgekehrt. "Die beiden Knochen ragten noch heraus", erzählte Sandra Malone dem kanadischen Sender CBC. "Mir lief es kalt den Rücken runter, es ist wirklich ekelerregend." Der Schuh war ihren Angaben zufolge mit Meeresalgen bedeckt, sie habe deshalb nicht sehen können, ob noch Gewebe vorhanden war. Bein- und Fußknochen seien aber noch miteinander verbunden gewesen.

Polizei glaubt nicht an Mordopfer

Die Polizei steht vor einem Rätsel: Seit August landeten insgesamt fünf rechte und ein linker Fuß an der Südküste der kanadischen Provinz British Columbia. Die mysteriösen Funde sorgten international für Schlagzeilen. Einige Medien spekulierten über eine Mordserie. Bislang geht die Polizei aber nicht davon aus, dass die Füße die sterblichen Überreste von Mordopfern sind. Denn zumindest bei den ersten vier seien keine Anzeichen gefunden worden, dass sie vom Körper abgehackt wurden, sagte eine Sprecherin. Wie die beiden anderen Füße abgetrennt wurden, wollte sie nicht kommentieren. Allerdings hatte die Managerin des Zeltplatzes berichtete, die herausragenden Knochen des sechsten Fußes seien "glatt abgeschnitten" gewesen.

An der Küste kursiert aber auch die Vermutung, es könnte sich um die Füße von Opfern eines Boots- oder Flugzeugunglücks handeln. Vor drei Jahren war Medienberichten zufolge ein Flugzeug mit fünf Männern in der Region abgestürzt, von den Leichen wurden bisher nicht alle gefunden. Einige der Angehörige sind nach dem Fund des sechsten Fußes an die Küste gereist. "Es ist emotionell sehr auslaugend", sagte Sally Feast, deren Mann bei dem Unglück gestorben war, einer Lokalzeitung. "Es könnte sein Fuß sein. Wahrscheinlich ist das nicht, wir wollen aber Sicherheit."

Bewohner werden unruhig

Der Fuß wird nun von Pathologen untersucht und zudem sollen DNA-Tests veranlasst werden. Die Ermittler wollen die Ergebnisse dieser Untersuchungen dann mit den Daten der anderen Füße und mit denen von vermissten Personen abgleichen. Allerdings blieben diese Vergleiche bisher ergebnislos. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Füße tausende Kilometer zurückgelegt haben könnten, da sie in den Schuhen im kalten Wasser gut konserviert blieben.

Den Bewohnern der Küstenregion wird die Fundserie jedoch langsam unheimlich. "Zunächst haben wir darüber gescherzt", sagte eine Frau, die nahe am Fundort des ersten Fußes lebte, dem US-Sender CNN. "Aber als nun weitere Füße aufgetaucht sind, wurden die Gespräche ernster. Es sind unberührter Inseln hier - nicht der Ort an dem man es erwarten würde, einen Haufen abgetrennter Füße zu finden."

mta mit AFP/AP AP

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