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Nach Angriff auf "MS Melody": Spanische Marine nimmt Piraten fest

Weiterer Schlag gegen die Piraten vor Somalia: Die spanische Marine hat im Indischen Ozean ein Boot mit neun mutmaßlichen Seeräubern festgesetzt. Die Männer sollen zuvor versucht haben, das italienische Kreuzfahrtschiff "MS Melody" zu überfallen.

Die spanische Fregatte "Numancia" hat neun Piraten festgenommen, die mutmaßlich das italienische Kreuzfahrtschiff "MS Melody" angegriffen hatten. Nach spanischen Medienberichten vom späten Montagabend nahmen an der Operation am Sonntag nördlich der Seychellen im Indischen Ozean ein französisches und ein indisches Kriegsschiff sowie eines von den Seychellen teil. Ebenfalls wurden ein Helikopter und zwei Beobachtungsflugzeuge eingesetzt.

Die mutmaßlichen Piraten seien in der Nähe der Position geortet worden, an der der Angriff auf die "MS Melody" stattgefunden hatte. Die mutmaßlichen Seeräuber hätten eines ihrer beiden Boote verlassen, das leer von dem indischen Kriegsschiff "Nirdeshak" aufgefunden worden sei. Die "Numancia" habe das andere mutmaßliche Piratenboot verfolgt und die Männer gestellt. Die Männer seien der Besatzung des Schiffes der Seychellen übergeben worden, da sich der Vorfall in den Gewässern des Inselstaats ereignet habe, hieß es.

Am Samstagabend hatten Piraten nach italienischen Angaben das italienische Kreuzfahrtschiff mit rund 1500 Menschen an Bord angegriffen. Die "MS Melody" der italienischen Kreuzfahrtgesellschaft MSC Crociere S.A. konnte die Attacke abwehren. Das Schiff mit 991 Passagieren und 536 Crewmitgliedern an Bord sei von sechs mit Kalaschnikow-Schnellfeuergewehren bewaffneten Piraten auf einem Zodiac-Schnellboot angegriffen worden, hieß es.

Sicherheitskräfte hätten das Feuer erwidert. Außerdem seien Feuerlöscher eingesetzt worden, um die Piraten in die Flucht zu schlagen. Auch habe Kapitän Ciro Pinto mit "Ablenkungsmanövern" reagiert. Schließlich hätten die Seeräuber von ihrem Vorhaben abgelassen. Am Kreuzfahrtschiff sei leichter Schaden entstanden. Von den Passagieren sei niemand ernsthaft verletzt worden.

Laut Kapitän Pinto ereignete sich der Angriff auf offener See - gut 330 Kilometer von den Seychellen und rund 1100 Kilometer von der somalischen Küste entfernt.

DPA/AFP / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?