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Nach dem Suizid des Witwers Polizei durchsucht Bögerls Haus


Kommt in den Fall Maria Bögerl wieder Bewegung? Die Polizei hat nach dem Freitod von Thomas Bögerl dessen Haus durchsucht. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Dabei sollen die Ermittler Akten und einen Computer beschlagnahmt haben.

Nach dem Selbstmord von Thomas Bögerl, Witwer des Entführungsopfers Maria Bögerl, hat die Polizei das Haus des 56-jährigen Sparkassendirektors durchsucht. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Nach Angaben des Boulevardblatts durchsuchten die Beamten Schränke und Kommoden und studierten Akten und Bankunterlagen. Ein Computer sei beschlagnahmt worden, so die Zeitung. Nach Aussage des Polizeisprechers Horst Baur, den das Blatt zitiert, handelte es sich um normale Spurensicherung.

Am Dienstag hatte eine Obduktion bestätigt, dass sich Thomas Bögerl umgebracht hat. Warum der Witwer sich erhängt hat, konnten die Ermittler nicht genau sagen. Der Vater zweier erwachsender Kinder hinterließ einen Abschiedsbrief, aus dem sich aber keine Hinweise auf seine Beweggründe ergeben. Es sei eher eine Abschiedsnotiz, die sich aber weder an die Polizei noch an die Öffentlichkeit richtete, sagte ein Polizeisprecher.

Die Fahnder versuchen, herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Mord an Maria Bögerl und dem Suizid ihres Mannes gibt. Nach Darstellung des Wiesbadener Kriminalpsychologe Rudolf Egg deutet alles auf eine Verzweiflungstat hin. "Wir sehen hier den tragischen Fall eines Mannes, dessen Frau entführt und ermordet wird und der mit dem Weiterleben danach nicht mehr klarkommt", sagte er. Der 56-Jährige habe sich womöglich gefragt, "ob er das Ganze nicht doch hätte verhindern oder seine Frau hätte retten können", sagte Egg. Immer wieder hatte es Spekulationen über eine Verwicklung Bögerls in den Mord an seiner Frau gegeben.

Der Entführungsfall hatte vor gut einem Jahr bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Ein bis heute unbekannter Täter hatte die 54-Jährige am 12. Mai 2010 aus dem Haus der Familie verschleppt und 300.000 Euro Lösegeld gefordert.

Die Übergabe des Geldes scheiterte allerdings, weil die Beschaffung der Summe wegen der knappen Zeitvorgabe des Täters Probleme bereitete und der Bankier deshalb zu spät zum Übergabeort gekommen war. Die Leiche der Frau wurde dann 22 Tage später in einem Waldstück entdeckt. Die Obduktion ergab, dass die 54-Jährige erstochen wurde. Seitdem sucht die Polizei vergeblich nach dem Täter.

fro/AFP AFP

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