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Nach Festnahme auf den Balearen: Untersuchungsrichter verhört Hells Angels Rocker

Geldwäsche, Zuhälterei: Die Hells Angels sind für solche Straftaten bekannt. Nun breitet sich der Rockerclub offenbar auch auf Mallorca aus. Ein Untersuchungsrichter knöpfte sich elf Verdächtige vor.

Nach der Festnahme von 24 Hells Angels auf Mallorca hat ein Untersuchungsrichter die Rocker verhört. Am Donnerstag seien elf Verdächtige, darunter auch der namentlich nicht genannte mutmaßliche Bandenchef befragt worden, teilte das Oberlandes-Gericht der Balearen mit.

Wie das Innenministerium in Madrid zuvor mitgeteilt hatte, verfügten die Mitglieder des zerschlagenen Rockerclubs auf der Ferieninsel über Millionensummen. Das Geld aus Deutschland und der Türkei sollte auf Mallorca beim Bau eines Formel-1-Rundkurses gewaschen werden. Das Schwarzgeld stammte laut Polizei aus der Ausbeutung von Prostituierten und Schutzgelderpressung in Deutschland und Spanien.

Unter den Festgenommen auch Ex-Chef Frank Hanebuth

Polizeikreise in Palma de Mallorca hatten bestätigten, dass unter den Festgenommenen auch der Ex-Chef der Hells Angels in Hannover, Frank Hanebuth, sei. Hanebuth war als mutmaßlicher Drahtzieher eines möglichen Auftragsmordes ins Visier der Kieler Justiz geraten. Diese Ermittlungen wurden mangels eines Tatnachweises eingestellt.

Viele der vor allem aus Deutschland stammenden Verdächtigen sind vorbestraft. Nach Polizeiangaben sollen sie auf der Ferieninsel ein Luxusleben geführt haben. Ihnen werden unter anderem Erpressung, Nötigung, Geldwäsche, Zuhälterei und Betrug zur Last gelegt.

Bei der "Operation Casablanca" waren nach Medienberichten etwa 200 Beamte im Einsatz. Sie durchsuchten mehr als 30 Wohnungen und Lokale und stellten Feuer- und Stichwaffen, zehn Autos, vier Motorräder, mehrere Boote sowie Juwelen und Drogen sicher.

ds/DPA / DPA