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Nach Kritik an Anti-Moschee-Plakaten: Rechte Wahlkampfhelfer attackieren Libanesen

Zwei Wahlhelfer der rechtsgerichteten Partei Pro Deutschland haben am Mittwoch einen Mann aus dem Libanon mit dem Tode bedroht. Der Streit entzündetet sich an einem Wahlplakat, das eine rot durchgestrichene Moschee zeigte. Als ein Polizist in Zivil einschreiten wollte, wurde auch dieser attackiert.

Zwei Wahlkampfhelfer der rechtsgerichteten Partei Pro Deutschland haben am Mittwoch in Berlin einen Mann aus dem Libanon angegriffen und mit dem Tode bedroht. Im Zuge der Attacke wurde auch ein Polizist in Zivil verletzt.

Wie die Berliner Polizei mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Vormittag in Berlin-Lichterfelde. Die beiden Männer gerieten mit einem Passanten in einen Streit, als sie ein Plakat mit einer durchgestrichenen Moschee aufhängen wollten. Über eben dieses Motiv gerieten die Männer in einen Streit mit einem hinzugetretenen 32-Jährigen aus dem Libanon. Im Laufe der Auseinandersetzung ergriff einer der Wahlkampfhelfer einen Hammerstiel und drohte dem Libanesen, ihn "totzuschlagen". Als dieser die Flucht ergriff, nahmen die Angreifer die Verfolgung auf und attackierten einen Zivilpolizisten, der einschreiten wollte, mit Pfefferspray. Erst als zusätzliche Verstärkung eintraf, konnten die Männer überwältigt werden.

Die beiden Männer befinden sich wieder auf freiem Fuß gesetzt. Gegen sie wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Die Wahlkampfhelfer erstatteten ihrerseits Anzeige - wegen Körperverletzung im Amt.

jwi
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