HOME

Nach Machetenmord: Mutmaßlicher Londoner Terrorist muss vor Gericht erscheinen

Gut eine Woche nach dem tödlichen Angriff auf einen Soldaten in London muss einer der mutmaßlichen Terroristen heute vor Gericht erscheinen. Ihm wird Mord und Besitz einer Schusswaffe vorgeworfen.

Einer der beiden mutmaßlichen Haupttäter des tödlichen Angriffs auf einen britischen Soldaten in London muss heute vor Gericht erscheinen. Dem mutmaßlichen Terroristen werden die Ermordung des Soldaten und der illegale Besitz einer Schusswaffe zur Last gelegt, wie britische Medien in der Nacht zum Donnerstag unter Berufung auf Staatsanwaltschaft und Polizei berichteten. Der 22-jährige Michael Adebowale war am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen und in die Zelle einer Londoner Polizeiwache verlegt worden. Der zweite, Angreifer, Michael Adebolajo, war weiter im Krankenhaus.

Die Leiterin der Anti-Terror-Einheit der Staatsanwaltschaft, Sue Hemming, sprach von "ausreichenden Beweisen" für eine strafrechtliche Verfolgung des 22-Jährigen, was auch im Sinne der Öffentlichkeit sei. Dem Mann würden "ernsthafte Verbrechen" vorgeworfen. Er habe gleichwohl "das Recht auf einen fairen Prozess", sagte sie.

Erst angefahren, dann angegriffen

Am Mittwoch vergangener Woche war der 25 Jahre alte Soldat der britischen Armee in der Nähe seiner Kaserne im Londoner Stadtteil Woolwich unter anderem mit einem Fleischerbeil zu Tode gehackt worden. Er war Vater eines zweijährigen Sohnes und nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums 2009 in Afghanistan und danach auch in Deutschland (Celle) stationiert. Die beiden mutmaßlichen Täter hatten bei dem Mord islamistische Parolen ausgerufen. Einer ließ sich nach der Tat mit blutverschmierten Messern in den Händen filmen. Adebolajo hatte gesagt, er habe den Soldaten als Vergeltung für die Tötung von Muslimen ermordet. Nach Angaben der Polizei starb Rigby an "zahlreichen Schnittwunden". Vor dem Angriff wurde er demnach von einem Auto angefahren.

Rigbys Verlobte Aimee West zeigte sich in einer Erklärung am Mittwoch "am Boden zerstört" angesichts des Verlusts ihres Partners. "Ich bin sehr stolz auf ihn", erklärte West und bedankte sich für die Blumen und Ehrungen für Rigby.

swd/AFP/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel