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Nach Prostituierten-Prozess: Ottfried Fischer feuert PR-Beraterin

Ottfried Fischer hat nicht lange gefackelt. Einen Tag nach dem Ende des Sexvideo-Prozesses hat der Schauspieler seine PR-Beraterin entlassen. Die 59-Jährige hatte als Zeugin im Gericht ausgesagt - allerdings zuungunsten ihres Klienten.

Unmittelbar nach dem Prozess um seine Prostituierten-Affäre hat der Schauspieler Ottfried Fischer seine PR- Beraterin entlassen. "Der Agenturvertrag ist mit sofortiger Wirkung einvernehmlich aufgehoben worden", sagte Fischers Anwalt Christoph Knauer am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Grund für die Entscheidung war offensichtlich die Aussage der 59- Jährigen vor dem Amtsgericht München. Sie hatte sich am Montag weitgehend den Angaben eines angeklagten ehemaligen "Bild"- Mitarbeiters angeschlossen. Sie bestritt, dass dieser sie unter Druck gesetzt hatte, um an ein Interview mit dem an Parkinson erkrankten Schauspieler zu kommen.

"Ich denke, es war eine Art von Nettigkeit, mich anzurufen und mich über das Video zu informieren", betonte die 59-Jährige. Solche "Deals" mit der Presse gebe es häufiger, sagte sie. "Es ist immer eine Form von Handel." Ottfried Fischer hatte das ganz anders wahrgenommen. Die PR-Beraterin, die kurz nach dem Bekanntwerden der Prostituierten-Affäre am 12. Oktober 2009 seine Vertretung übernommen hatte, habe ihm gesagt "wenn du denen nichts gibst, dann verlierst du deinen Pfarrer Braun, dann bist du am Ende", sagte Fischer im Prozess.

"Wir waren überrascht, dass sie sich so positiv für den Angeklagten und den Springer Verlag geäußert hat und wir haben die Aussage den Akten nach anders gesehen", sagte Fischers Anwalt Knauer zu der Zeugenaussage der 59-Jährigen einen Tag nach der Verhandlung.

Verurteilter Journalist legt Berufung ein

In dem Prozess ging es um ein Video, das den Schauspieler beim Sex mit zwei Prostituierten zeigte. Zwei der Angeklagten hatten nach Ansicht des Gerichts eine der Prostituierten im Sommer 2009 angestiftet, ihr Treffen mit dem Schauspieler in dessen Münchner Wohnung zu filmen. Anschließend verkaufte einer weiterer Angeklagter das Video an den "Bild"-Mitarbeiter für 3500 Euro.

Mit dem Material soll der Journalist den Kabarettisten anschließend unter Druck gesetzt und zur Mitwirkung an drei Artikeln des Blattes bewegt haben. Die vier neben dem Journalisten angeklagten Täter wurden zu Geldstrafen zwischen 600 und 3600 Euro verurteilt. Der inzwischen vom Springer-Verlag zu einem anderen Medium gewechselte Journalist erhielt mit 180 Tagessätzen à 80 Euro die höchste Geldstrafe von zusammengerechnet 14 400 Euro. Der Springer Verlag kritisierte die Entscheidung als "falsch und für Journalisten und Verlage absolut nicht hinnehmbar."

Der Dresdner Anwalt Spyros Aroukatos kündigte am Dienstag an, dass sein Mandant, der Journalist, gegen seine Verurteilung Berufung einlegen wird. "Wir finden, dass die mündliche Begründung in der Hauptverhandlung einerseits die Pressefreiheit grundsätzlich verkennt, andererseits die Ergebnisse der Beweisaufnahme nicht zutreffend würdigt", sagte Aroukatos. Auch der Springer Verlag kritisierte die Entscheidung als "falsch und für Journalisten und Verlage absolut nicht hinnehmbar".

DPA/kbe