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Nach psychologischem Gutachten: Staatsanwalt hält Pistorius für voll schuldfähig

Oscar Pistorius ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft voll schuldfähig. Zu diesem Urteil kommt die Anklage nach einer ersten Durchsicht eines psychologischen Gutachtens über den ehemaligen Sprintstar.

Der Prozess gegen oscar Pistorius hat sich zu einem der spektulärsten in der jüngeren Geschichte Südafrikas entwickelt

Der Prozess gegen oscar Pistorius hat sich zu einem der spektulärsten in der jüngeren Geschichte Südafrikas entwickelt

Der des Mordes angeklagte Paralympics-Star Oscar Pistorius ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft voll schuldfähig. Staatsanwalt Gerrie Nel las am Montag zum Beginn des Verhandlungstages vor dem Gericht in Pretoria entsprechende Passagen aus neu vorgelegten psychiatrischen Gutachten vor. Verteidiger Barry Roux sagte, er wolle vor einer endgültigen Stellungnahme die Gutachten näher prüfen.

Der südafrikanische Profisportler hatte am 14. Februar 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp durch eine verschlossene Tür erschossen. Der 27-Jährige beteuert, dass er hinter der Tür einen Einbrecher vermutete habe und in Panik geraten sei.

34. Verhandlungstag

Das Gericht hatte im Mai auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine entsprechende Untersuchung des Angeklagten angeordnet, um seine Schuld- und Verhandlungsfähigkeit prüfen zu lassen. Zuvor hatte die Psychiaterin Merryl Vorster als Zeugin dem 27 Jahre alten Angeklagten eine "Angststörung" bescheinigt.

Pistorius wurde bis zum 20. Juni im Weskoppies Psychiatric Hospital in Pretoria von drei Psychiatern und einem klinischen Psychologen untersucht. Der beinamputierte Sportler und sein Verteidiger Barry Roux haben bisher nicht versucht, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren. Die psychiatrische Untersuchung geht auf den Staatsanwalt zurück: Er möchte, dass der Angeklagte bei einem Schuldspruch mit aller Härte des Gesetzes bestraft wird.

Der spektakuläre Indizienprozess wurde am Montag, dem 34. Verhandlungstag, nach sechs Wochen Unterbrechung mit der Vernehmung des Arztes Gerald Versfeld fortgesetzt. Der Zeuge der Verteidigung hatte Pistorius im Alter von elf Monaten wegen einer angeborenen Fehlbildung die Füße und Wadenbeine amputiert. Die Aussage soll aus Sicht von Juristen zeigen, wie sehr die Behinderung des Angeklagten seine Angst vor einem möglichen Einbrecher befördert habe.

ono/DPA / DPA