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Nach tödlichem Überfall in Äthiopien Sorge um entführte Touristen wächst


Noch immer gibt es widersprüchliche Nachrichten, aus welchen Ländern die fünf Todesopfer des Überfalls in Äthiopien stammen. Sicher ist aber: Einige Touristen befinden sich noch in der Gewalt der Angreifer.

Nach dem tödlichen Angriff auf eine Gruppe europäischer Touristen in Äthiopien wächst die Sorge um die Verschleppten. Zwei Deutsche und zwei Äthiopier seien bei dem Überfall in der Nacht zum Dienstag entführt worden, sagte ein ungarischer Regierungssprecher unter Berufung auf Interpol am Mittwoch. Das Auswärtige Amt konnte zunächst keine Meldungen über mögliche deutsche Opfer bestätigen.

Der Sprecher der ungarischen Regierung sagte weiter, bei dem Angriff im Nordosten Äthiopiens nahe der Grenze zu Eritrea seien zwei Ungarn sowie zwei Deutsche und ein Österreicher getötet worden. Demnach wurde auch ein Ungar leicht verletzt.

Ein äthiopischer Regierungssprecher erklärte dagegen in Addis Abeba, unter den fünf ermordeten Touristen sei ein Deutscher. Zudem seien vier weitere europäische Touristen aus Belgien, Ungarn, Italien und Österreich getötet worden, sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Vier Menschen seien ferner entführt worden, darunter zwei Ausländer. Zu deren Nationalität sagte er nichts. Auch die "Bild"-Zeitung berichtete, bei dem Angriff seien zwei deutsche Touristen gekidnappt worden.

Auswärtiges Amt warnte vor "erhöhter Risikolage"

Das Auswärtige Amt konnte die Meldungen über deutsche Opfer am Mittwoch zunächst nicht bestätigen. Der am Dienstag eingerichtete Krisenstab und die deutsche Botschaft in Äthiopien arbeiteten "mit Hochdruck" daran, die Lage aufzuklären und den betroffenen Deutschen zu helfen, teilte das Ministerium in Berlin mit. Das Gebiet sei "sehr schwer erreichbar und zugänglich", betonte ein Sprecher.

Das belgische Außenministerium dementierte, dass ein Belgier unter den Getöteten sei. Jedoch seien eine belgische Touristin und ihr britischer Begleiter bei dem Angriff verletzt worden. Die Belgierin habe schwere Verletzungen erlitten, sei aber nicht in Lebensgefahr, sagte ein Ministeriumssprecher in Brüssel. Die Verletzten seien per Hubschrauber in ein Krankenhaus in der Stadt Mekele im Norden Äthiopiens gebracht worden.

Die Touristen waren in der Nacht zum Dienstag in der abgelegenen Afar-Region bei der Besichtigung des Vulkans Erta Ale überfallen worden. Das Auswärtige Amt wies auf seiner Website auf die "erhöhte Risikolage" in dem Grenzgebiet zu Eritrea und in der Danakilsenke in Nord-Afar hin. "Überfälle durch Banditen und örtliche Untergrundorganisationen sowie Entführungen" könnten nicht ausgeschlossen werden. Zudem müsse dort mit neu verlegten Landminen gerechnet werden, hieß es weiter. Die wüstenartige Region Afar mit ihren Salzseen und Vulkanen zählt zu den heißesten Gegenden der Erde.

Der äthiopische Regierungssprecher warf dem verfeindeten Nachbarland Eritrea vor, die Angreifer unterstützt zu haben. Es habe sich um von der Regierung Eritreas ausgebildete "Terrorgruppen" gehandelt, welche die Grenze zu Äthiopien überquert und die Touristen angegriffen hätten. Die Rebellen hätten bei ihrem Angriff den Gipfel der Afrikanischen Union (AU) Ende Januar im Blick gehabt, der in Addis Abeba stattfindet.

Die Regierung in Eritrea wies die Vorwürfe zurück. Das Land habe "niemals einen solchen Vorfall unterstützt und wird dies niemals tun", erklärte der Vertreter Eritreas bei der Afrikanischen Union (AU), Girma Asmeron.

jwi/AFP AFP

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