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Neonazi-Trio Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt: Polizei nimmt weiteren mutmaßlichen Helfer fest

Ein weiterer mutmaßlicher Neonazi-Terrorist ist am Dienstagmorgen in Jena festgenommen worden. Der 36-Jährige ist dringend verdächtig, die rechtsextreme Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) unterstützt zu haben.

Die Polizei in Thüringen hat im Zusammenhang mit der Mordserie von Neonazis am Dienstag einen weiteren Tatverdächtigen in Jena festgenommen. Die Bundesanwaltschaft teilte mit, der 36-jährige Ralf W. sei der Beihilfe zu sechs Morden und zu einem Mordversuch der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) dringend verdächtig. Er habe den Mitgliedern der Gruppe eine Schusswaffe samt Munition zukommen lassen. Außerdem soll er ihnen den Kontakt zum mutmaßlichen Helfer des Neonazi-Trios Holger G. vermittelt haben. Gegen W. sei am Morgen ein Haftbefehl des Ermittlungsrichters beim Bundesgerichtshof vollstreckt worden.

"Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, der 'NSU' 2001 oder 2002 eine Schusswaffe nebst Munition verschafft zu haben", teilte die Bundesanwaltschaft mit. Diese habe er über einen Kurier übergeben, der sie dem Trio nach Zwickau brachte. "Dabei nahm der Beschuldigte billigend in Kauf, dass die Schusswaffe für rechtsextremistische Morde verwendet werden könnte."

Dem NSU-Trio wird unter anderem der Mord an neun Migranten und einer Polizistin vorgeworfen. Zwei Beschuldigte waren Anfang des Monats ums Leben gekommen, eine mutmaßliche Komplizin und ein weiterer mutmaßlicher Gesinnungsgenosse sitzen in Untersuchungshaft.

Die Bundesanwaltschaft wirft W. weiter vor, seit den 1990er Jahren in enger Verbindung zur NSU gestanden und sie seit ihrer Flucht 1998 und in den folgenden Jahren finanziell aktiv unterstützt zu haben. W. sei seit 1995 in der rechtsextremistischen Szene in Thüringen aktiv. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" handelt es sich bei dem 36-Jährigen um einen früheren NPD-Funktionär.

jwi/Reuters/DPA / DPA / Reuters