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Neue Spuren im Fall Maddie: Viele neue Hinweise - und ein Name

Ein Aufruf im britischen TV hat im Fall der verschwundenen Maddie zahlreiche neue Hinweise gebracht. Die heißeste Spur führt offenbar nach Deutschland. Das BKA ist eingeschaltet.

Am Montag haben sich die Eltern der 2007 in Portugal verschwundenen Maddie McCann an das britische TV-Publikum gewendet. Die britische Polizei stellte im Rahmen der Sendung "Crimewatch" neue Erkenntnisse in dem Fall vor und zeigte Phantombilder von gesuchten Personen.

Nachdem die Ermittlungen durch die Behörden in Portugal 2008 eingestellt worden waren, will die britische Polizei den Fall jetzt neu aufrollen. Als Reaktion auf den TV-Auftritt gingen bis Dienstagnachmittag fast 1000 Anrufe und E-Mails bei der Londoner Polizei Scotland Yard ein. "Wir sind hocherfreut über die Reaktionen", sagt Hauptkommissar Andy Redwood.

Mehrere Anrufer hatten zu dem Phantombild eines Mannes denselben Namen genannt. Die Polizei sucht nun vor allem einen Mann im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, der mit einem Kind auf dem Weg zum Strand gesichtet wurde. Außerdem sollen ein oder mehrere blonde Männer identifiziert werden, die sich vor der Entführung in der Nähe des Apartments der Familie aufgehalten haben sollen.

Hoffnung auf Erfolg in Deutschland

Am Mittwoch um 20.15 Uhr wird der Aufruf auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY…ungelöst" gezeigt. Zeugenaussagen zufolge hatten zwei der gesuchten Männer Deutsch oder Niederländisch gesprochen. Zudem hatten sich zur Zeit von Maddies Verschwinden zahlreiche deutsche und niederländische Touristen in dem portugiesischen Ort Praia da Luz aufgehalten. Die Familie McCann hatte hier ihren Urlaub verbracht. Während ihre Eltern mit Freunden zu Abend aßen, war das damals dreijährige Mädchen aus der Ferienwohnung verschwunden.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hält sich in Bezug auf eine mögliche Spur nach Deutschland bedeckt. "Natürlich gibt es grundsätzlich eine Zusammenarbeit zwischen den britischen Behörden und dem BKA", sagt eine Sprecherin in Wiesbaden. Seit dem Verschwinden von Maddie gebe es eine internationale Vermisstenfahndung, die auch in Deutschland umgesetzt werde. Nähere Angaben wollte das BKA zu dem Fall nicht machen.

db/DPA/AFP / DPA