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Dreijähriger erlitt grausame Qualen: Paar foltert Kind zu Tode - Urteil sorgt für Skandal

Wochenlang hat ein Paar aus Neuseeland einen dreijährigen Jungen gequält und geschlagen. Das Kind überlebte die Folter nicht. Nun wurde das Pärchen zu 17 Jahren Haft verurteilt. Vielen ist das nicht genug.

In Neuseeland demonstrierten am Montag Tausende gegen das Urteil im Fall des kleinen Moko.

In Neuseeland demonstrierten am Montag Tausende gegen das Urteil im Fall des kleinen Moko. Das Paar, das ihn totgeschlagen hatte, wurde zu 17 Jahren Haft verurteilt.

In Neuseeland ist ein Paar wegen Totschlags eines dreijährigen Jungen schuldig gesprochen und zu 17 Jahren Haft verurteilt worden. Dies ist die höchste Strafe, die in dem Land jemals für Totschlag verhängt wurde, erklärte die Richterin laut der Zeitung "New Zealand Herald". Dennoch löste das Urteil eine breite Welle der Empörung aus. Am Tag der Urteilsverkündung protestierten im ganzen Land tausende Menschen. Ihnen ist die Strafe zu milde - sie finden, Tania Shailer, 26, and David Haerewa, 43, hätten wegen Mordes verurteilt werden sollen.

Im August 2015 kam der kleine Moko R. ums Leben, während er sich in der Obhut des Paares befand. Zwei Monate sollten sie ursprünglich auf das Kind aufpassen, während seine Mutter ihren ältesten Sohn im Krankenhaus pflegte. Doch stattdessen erlebte Moko eine schreckliche Tortur.

Junge erlitt innere Verletzungen und septischen Schock

Wie Shailer und Haerewa während des Prozesses gestanden haben, misshandelten sie das Kind schwer. Sie folterten ihn, schlugen und traten ihn, sperrten ihn im Bad ein und rieben ihm Fäkalien ins Gesicht, berichtet der "New Zealand Herald" weiter. Der Junge erlitt neben zahlreichen weiteren Verletzungen innere Blutungen. Weil sein Darm riss, kam es zu einem septischen Schock. Vier Tage lang wurde der Dreijährige in diesem Zustand sich selbst überlassen, bevor der Notarzt gerufen wurde. Kurz darauf verstarb er im Krankenhaus.

"Die Misshandlungen waren extrem grausam und gefühllos", sagte die Richterin während der Urteilsverkündung. "Sie beide haben Moko fortlaufend angegriffen und spornten sich gegenseitig an - bis zu Eskalation", warf sie Shailer und Haerewa vor. 

Schwester wollten ihren Bruder beschützen

Auch die siebenjährige Schwester des Jungen, die sich ebenfalls in der Obhut des Paares befand, wurde misshandelt. Außerdem sei sie dazu gezwungen worden, ihren kleinen Bruder zu treten, erzählte die Mutter der beiden Kinder vor Gericht. Trotzdem habe das Mädchen noch versucht, Moko zu beschützen. Sie soll mit Toilettenpapier das Blut aus seinen Augen gewischt oder ihm Wasser gebracht haben, wenn Shailer und Haerewa es verweigerten.

Dass ihre Kinder in der Obhut des Paares nicht sicher sein könnten, habe sie vorher nicht geahnt, erzählte die Mutter der beiden Kinder im Prozess. Sie habe Shailer vor zehn Jahren kennengelernt, regelmäßig mit ihr Kontakt gehabt. Zwei Wochen vor Mokos Tod soll Shailer ihr Telefon ausgeschaltet haben. "Das waren Warnsignale, auf die ich hätte hören müssen", zitiert sie der "New Zealand Herald".

Empörung in Neuseeland

Angesichts der Brutalität der Täter ist es für viele Neuseeländer unverständlich, warum sie nicht wegen Mordes verurteilt worden sind, wie es zunächst die Staatsanwaltschaft verlangt hatte. Bis zu 12.000 Menschen nahmen am vergangenen Montag an den landesweiten "Märschen für Moko" teil. Vor dem Gerichtsgebäude in Auckland wurden symbolhaft Tauben freigelassen. 

ivi
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