Niedersachsen Vater erschießt Ehefrau und Sohn


Blutige Tragödie bei Hannover: Ein Familienvater hat im niedersächsischen Lamspringe seine Ehefrau und seinen achtjährigen Sohn erschossen. Drei weitere Kinder verletzte er, anschließend richtete er sich selbst. Nur die sechsjährige gemeinsame Tochter des Paares blieb unverletzt.

Mit elf Schüssen aus einer großkalibrigen Waffe hat ein 37 Jahre alter Mann bei Hildesheim seine Partnerin, ein gemeinsames Kind und sich selbst getötet sowie drei Kinder verletzt. Nur die sechs Jahre alte gemeinsame Tochter entkam dem blutigen Familiendrama am Mittwochabend unverletzt.

Der Forstwirt hatte zunächst seine vor dem Haus im Auto sitzende 40 Jahre alte Lebensgefährtin mit drei Schüssen getötet. Anschließend feuerte er auf den gemeinsamen achtjährigen Sohn, die 14-jährige Tochter und den 16 Jahre alten Sohn seiner Lebensgefährtin sowie einen 15-jährigen Freund der Kinder. Als die Polizei das Haus in der kleinen Ortschaft Hornsen stürmte, entdeckten die Beamten die Leiche des Schützen.

Ein Sohn immer noch in kritischem Zustand

Wie ein Polizeisprecher am Donnerstag berichtete, ist die Tochter inzwischen aus dem künstlichen Koma erwacht, und auch der Freund der Kinder sei offenbar "über den Berg". Der 16 Jahre alte Sohn befinde sich aber noch immer in einer kritischen Verfassung. Die Mutter des Freundes hatte sich mit den verletzten Kindern und der unverletzten Sechsjährigen aus dem Haus zu Nachbarn retten können. Wenige Minuten nach der dramatischen Flucht sei der Achtjährige in dem Nachbarhaus gestorben.

Waffenschein noch nicht ausgestellt

Der 37 Jahre alte Täter hatte insgesamt drei Waffen in seinem Haus. Neben der Tatwaffe - eine halbautomatische amerikanische Ruger-Pistole - entdeckten die Beamten unter dem Bett des Paares eine Doppelflinte und eine Signalpistole. Der Mann sei kein Jäger gewesen, und als Forstwirt habe er keine Schusswaffen mit sich führen dürfen, berichtete der Oberstaatsanwalt Bernd Seemann. "Der Schütze hat einen Waffenschein beantragt, diese Waffen waren allerdings noch nicht eingetragen, so dass hier von illegalem Besitz auszugehen ist", sagte Seemann. Der Mann wollte nach Angaben Seemanns Mitglied eines Sportschützenvereins werden.

Gegen den Täter hatte die Polizei 1998 wegen Bedrohung ermittelt. Das Verfahren sei jedoch eingestellt worden und habe nach derzeitiger Kenntnis nichts mit der Tat zu tun, betonte Seemann. Die Hintergründe des Familiendramas seien zwar noch nicht geklärt. Es gebe aber Hinweise auf Konflikte in der Beziehung sowie Eifersucht des Schützen und wirtschaftliche Schwierigkeiten innerhalb der Familie.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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