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Niedersachsens Kultusminister Althusmann zitierte selbst Doktorvater falsch

Guttenberg, Koch-Mehrin, Chatzimarkakis - immer mehr Politiker geraten wegen ihrer Doktorarbeiten an den Pranger. Auch die Dissertation von Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann wurde durchleuchtet. Der hat offenbar nicht mal seinen Doktorvater korrekt zitiert.

Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann hat in seiner kritisierten Doktorarbeit laut "Spiegel" schlampig gearbeitet und sogar seinen Doktorvater falsch zitiert. An etlichen Stellen verweise er auf Werke seines Promotionsbetreuers Dieter Wagner, Vize-Präsident der Universität Potsdam, verstoße aber mehrfach gegen die wissenschaftlichen Standards, berichtet das Nachrichtenmagazin. So beziehe sich der CDU-Politiker in einer Fußnote auf die Seite 275 einer Veröffentlichung seines Doktorvaters - der entsprechende Band habe aber nur 186 Seiten. Zudem gebe es den aufgegriffenen Gedanken darin gar nicht.

Auch mit dem Literaturverzeichnis habe es der derzeitige Vorsitzende der Kultusministerkonferenz nicht genau genommen. Buchtitel seien ungenau wiedergegeben und ein Werk seines Doktorvaters, das er in einer Fußnote aufführe, fehle im Verzeichnis.

Nach einer Analyse des Wochenmagazins "Die Zeit" finden sich auf 88 von 114 Seiten Hinweise, dass Althusmann sich aus fremdem geistigen Eigentum bedient hat, ohne dies in der notwendigen Weise deutlich zu machen. Althusmann bestreitet aber einen Täuschungsversuch. Für "mögliche handwerkliche Fehler" bat er bereits um Entschuldigung. Die Uni Potsdam prüft die Vorwürfe.

che/DPA DPA

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