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Nigeria: Internet-Betrüger wird zu langer Haft verurteilt – und führt Geschäfte einfach aus Gefängnis weiter

Eine 24-jährige Haftstrafe sitzt ein verurteilter Betrüger in einem nigerianischen Hochsicherheitsgefängnis ab. So richtig "hochsicher" scheint die Einrichtung in Lagos jedoch nicht zu sein.

Der 29-jährige Nigerianer sitzt seit 2016 eine 24-jährige Haftstrafe ab

Der 29-jährige Nigerianer sitzt seit 2016 eine 24-jährige Haftstrafe ab – mehr oder weniger

Ein verurteilter Internet-Verbrecher aus Nigeria soll aus dem Hochsicherheitsgefängnis heraus per Online-Betrug mindestens eine Million US-Dollar ergaunert haben. Das berichtet Nigerias Kommission für Wirtschafts- und Finanzverbrechen (EFCC). Zusammen mit einem Netzwerk aus Komplizen soll der 29-Jährige verschiedene Opfer in "zahlreichen Ländern" abgezockt haben. Wie der Betrug ablief und aus welchen Nationen die Opfer stammen, wollten die nigerianischen Behörden mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht sagen.

Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge hatte der Mann, der seit Januar 2016 eine 24-jährige Haftstrafe absitzt, im Gefängnis Zugang zu Internet und seinem Telefon, was sonst so nicht üblich sei. Außerdem sei der Mann mehrfach aus unbekannten Gründen in Krankenhäuser verlegt worden und anschließend in Hotels abgestiegen, wo er sich mit seiner Frau und seinen Kindern getroffen habe. Zudem sei er auch auf Veranstaltungen gewesen und habe Häuser und Autos gekauft. Im Gefängnis habe er zudem Zugriff auf das Bankkonto seiner Frau gehabt und von dort Überweisungen tätigen können.

"Die Speerspitze eines verschachtelten Internet-Betrugsnetzwerks"

Der Nigerianer war 2012 nach seiner Rückkehr aus Malaysia verhaftet worden. Dort hatte er laut den Behörden Opfern erzählt, er sei ein Student der Computerwissenschaften, war aber in Wahrheit laut EFCC "die Speerspitze eines verschachtelten Internet-Betrugsnetzwerks, das sich über zwei Kontinente spannte". Unter anderem wegen Urkundenfälschung, Scheckbetrugs sowie Sammelns von Geld unter Vorspiegelung falscher Tatsachen drei Jahre später zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

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Diese Strafe sitzt der Mann demnach aktuell in einem Hochsicherheitsgefängnis in Lagos ab. Doch offenbar genoss er dort allerlei ungewöhnliche Vorzüge. Auf CNN-Nachfrage, ob der Mann Gefängnispersonal bestochen habe, antwortete ein Sprecher der Kommission, dass dies noch Gegenstand der Ermittlungen sei und nun untersucht werden soll, warum der Mann mehrfach das Gefängnis verlassen konnte und auch in Haft Zugang zum Internet und Bankkonten hatte.

Laut BBC wurde bisher noch niemand in dem Fall festgenommen und es war unklar, ob die Gefängniswächter des Mannes in der Zwischenzeit ausgetauscht wurden.

Quellen: EFCCCNN / BBC 

fin