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+++ Anschlag in Nizza +++: Ex-Premier glaubt, Anschlag hätte verhindert werden können

Am Abend des Nationalfeiertags ist Frankreich erneut zum Ziel eines schweren Anschlags geworden: Ein Lkw-Fahrer steuerte sein Fahrzeug in Nizza ungebremst in eine Menschenmenge - mindestens 84 Menschen starben. Die Entwicklungen im Ticker.

Polizei

Nach dem tödlichen Anschlag von Nizza ist die Ex-Frau des Angreifers festgenommen worden

Bei einem Anschlag am französischen Nationalfeiertag sind in der Hafenstadt Nizza mindestens 80 Menschen getötet worden. Zahlreiche weitere wurden nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve verletzt, als ein Lastwagen am Donnerstagabend auf einer Strecke von zwei Kilometern durch eine feiernde Menschenmenge auf der berühmten Uferstraße Promenade des Anglais raste. Medienberichten zufolge brach Panik aus. Polizisten erschossen den Fahrer. Cazeneuve sprach von einem Terroristen, Präsident François Hollande von einem terroristischen Charakter der Tat.

Die neuesten Entwicklungen im Ticker:

+++ 20.50 Uhr: Ex-Premierminister: "Tragödie hätte vermieden werden können" +++

Der französische Präsidentschaftsanwärter und ehemalige Regierungschef Alain Juppé hat angesichts des verheerenden Anschlags in Nizza mangelnde Sicherheitsmaßnahmen kritisiert. Er sei "kein Ermittler, aber wenn alle Vorkehrungen getroffen worden wären, hätte es die Tragödie der vergangenen Nacht nicht gegeben", sagte der ehemalige Premierminister dem Radiosender RTL. Natürlich müsse mehr getan und besser gehandelt werden, angefangen bei den Geheimdiensten, fügte der rechtsgerichtete Politiker und Bürgermeister von Bordeaux hinzu.

+++ 19.31 Uhr: US-Flaggen wehen vier Tage lang auf Halbmast +++

Nach dem Anschlag von Nizza werden die Flaggen auf dem Weißen Haus sowie allen öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen der USA weltweit auf Halbmast gesenkt. US-Präsident Barack Obama ließ am Freitag in Washington mitteilen, die Regelung gelte bis einschließlich 19. Juli. Sie ehre die Opfer der Attacke.

+++ 18.58 Uhr: Brasilien verschärft nach Anschlag von Nizza Sicherheitsvorkehrungen für Olympia +++

Nach dem Anschlag von Nizza will Brasilien die Sicherheitsvorkehrungen für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro nochmals verschärfen. Dies sagte Verteidigungsminister Raul Jungmann am Freitag dem Nachrichtenportal G1. "Wir sind gerade dabei, unsere geplanten Kontrollen zu überprüfen und zu verstärken." Details sollten bei einer nach dem Anschlag in Frankreich mit mehr als 80 Todesopfern einberufenen Krisensitzung der Regierung festgelegt werden.

Ihm sei bewusst, dass nochmals verstärkte Sicherheitsmaßnahmen "eine Unannehmlichkeit mehr" für die Athleten und Zuschauer bedeuteten, sagte Jungmann. "Aber es ist notwendig im Namen der Sicherheit für uns alle." Unter anderem sollten die Zahl der Kontrollpunkte und der Kontrollen erhöht werden. Die Olympischen Sommerspiele finden vom 5. bis 21. August in Rio de Janeiro statt.

+++ 18.49 Uhr: Verteidigungsrat tagt morgen im Elysee-Palast +++

Nach dem Lastwagen-Anschlag auf eine feiernde Menschenmenge in Nizza hat der französische Präsident François Hollande erneut das Sicherheitskabinett einberufen. Die Sitzung sei für diesen Samstag (16. Juli) um 9.00 Uhr im Elyséepalast angesetzt, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Das Sicherheitskabinett war bereits am Freitag zusammengekommen. Bei dem Angriff am Donnerstag in der südfranzösischen Stadt sind mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 200 wurden verletzt.

+++ 18.07 Uhr: Strandpromenade wird um 20 Uhr wieder öffnen +++

Wie die Zeitung Nice-Matin berichtet, soll die Promenade des Anglais um 20 Uhr wieder geöffnet werden.

+++ 18.03 Uhr: Anschlags-LKW wird abgeschleppt +++

LKW


+++ 17.44 Uhr: Staatsanwalt: Attentäter von Nizza war Geheimdiensten unbekannt +++

Der Attentäter von Nizza war den französischen Geheimdiensten unbekannt. Er sei nicht als möglicher Gefährder geführt worden, sagte der mit den Ermittlungen betraute Pariser Staatsanwalt François Molins am Freitag bei einer Pressekonferenz in Nizza. Der 31-jährige Tunesier mit Wohnsitz in Nizza sei aber im März wegen Bedrohung, Gewalt, Diebstahls und Sachbeschädigung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Ein Bekennerschreiben zu dem Anschlag liege nicht vor, sagte Molins. "Die Art des Vorgehens entspricht aber weitestgehend den Mordaufrufen terroristischer Organisationen in Zeitschriften und Videos", fügte er hinzu. Das in der Wohnung des Täters sichergestellte Material werde noch ausgewertet.

+++ 17.32 Uhr: Eiffelturm wird nach Anschlag in französischen Landesfarben erstrahlen +++

Nach dem blutigen Anschlag von Nizza wird der Pariser Eiffelturm die kommenden Tage in Erinnerung an die Opfer in den französischen Landesfarben erstrahlen. Das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt werde von Freitag bis Montag jeden Abend ab 22.30 Uhr in Blau, Weiß und Rot angeleuchtet, teilte das Pariser Rathaus mit.

Am Samstag beginnt in Frankreich eine dreitägige Staatstrauer zum Gedenken an die mindestens 84 Todesopfer. Bereits am Freitag wurden die Fahnen an öffentlichen Gebäuden auf Halbmast gesetzt. Der Pariser Eiffelturm wird immer wieder farbig angestrahlt - auch, um nach Anschlägen der Toten zu gedenken.

+++ 17.20 Uhr: Staatsanwalt: 84 Tote und mehr als 200 Verletzte in Nizza +++

Bei dem Anschlag in Nizza sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens 84 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 200 verletzt worden. Unter den Todesopfern sind auch zehn Kinder und Jugendliche. Dies teilte der zuständige Staatsanwalt François Molins am Freitag in Nizza mit. 52 Menschen schwebten noch in Lebensgefahr. Den Namen des Täters gab der Staatsanwalt mit Mohamed Lahouaiej-Bouhlel an, bei ihm handelt es sich um einen 31-jähriger Tunesier.

+++ 17.15 Uhr: Zehn Kinder und Jugendliche unter Anschlagsopfern +++

Beim Anschlag von Nizza sind auch zehn Kinder und Jugendliche getötet worden. Das sagte der Pariser Staatsanwalt François Molins am Freitag vor Journalisten. Insgesamt habe es 84 Tote und mehr als 200 Verletzte gegeben.

+++ 16.57 Uhr: Ex-Frau des Angreifers von Nizza in Polizeigewahrsam +++

Nach dem tödlichen Anschlag von Nizza ist die Ex-Frau des Angreifers festgenommen worden. Die Frau befinde sich in Polizeigewahrsam, verlautete am Freitag aus Polizeikreisen. Ein 31-jähriger in Tunesien geborener Mann mit Wohnsitz in Nizza war am Donnerstagabend auf der Uferpromenade der südfranzösischen Stadt mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast. Die Ermittler wollen herausfinden, welche Motive der Mann hatte und ob es womöglich Komplizen gibt. Dazu verhören sie Menschen aus dem Umfeld des Angreifers.


+++ 16.10 Uhr: UN-Chef Ban verurteilt Anschlag in Nizza +++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Anschlag in Nizza mit mindestens 84 Toten scharf verurteilt. Den Angehörigen der Opfer sowie den Franzosen und ihrer Regierung sprach Ban laut einer am Freitag in New York verbreiteten Mitteilung sein Mitgefühl aus. Er hoffe, dass diejenigen, die für dieses Massaker verantwortlich seien, schnell identifiziert und zur Rechenschaft gezogen würden. Maßnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus müssten auf regionaler und internationaler Ebene verstärkt werden, forderte Ban. Zuvor hatte schon der UN-Sicherheitsrat den Anschlag als "barbarischen und feige" verurteilt.

+++ 16.02 Uhr: Bayern überprüft Sicherheitskonzept für Oktoberfest +++

 Nach dem Anschlag von Nizza lässt die bayerische Staatsregierung das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest in München noch einmal überprüfen. Zwar gehöre das Durchbrechen von Sperren mit Lastwagen schon seit Jahren zu denkbaren Anschlagsszenarien, gegen die man sich gewappnet habe, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag. Das Ganze müsse aber nun "sicherlich noch einmal neu überdacht werden".

In Berlin wurden die Vorbereitungen für das deutsch-französische Volksfest gestoppt, dass am Freitag am Brandenburger Tor starten sollte. Kommende Großveranstaltungen wie das Feuerwerksspektakel "Kölner Lichter", die Travemünder Woche oder ein Triathlon in Hamburg sollten dagegen wie geplant stattfinden. 

+++ 15.52 Uhr: Drei Deutsche unter den Opfern +++

Das Bezirksamt des Berliner Stadtteils Charlottenburg hat den Tod zweier Schülerinnen und einer Lehrerin, die sich zum Zeitpunkt des Anschlags in Nizza aufhielten bestätigt. Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann schrieb auf der Webseite des Bezirksamts: "Wir sind zutiefst bestürzt über den Tod zweier Schüler*innen und einer Lehrerin des ersten Abitur-Jahrgangs der Paula-Fürst-Schule und trauern mit den Eltern, der gesamten Schule, Angehörigen und Freunden der Opfer. Wir stehen mit Ihnen Seite an Seite und sichern entsprechende Unterstützung zu. Als ein Zeichen der tiefen Trauer wurden die Dienstgebäude des Bezirksamtes auf Halbmast geflaggt."

+++ 15.25 Uhr: Hollande: Noch 50 Menschen nach Anschlag in Lebensgefahr +++

Nach dem Anschlag von Nizza schweben nach Angaben von Frankreichs Präsident François Hollande noch rund 50 Menschen in Lebensgefahr. Sie seien "zwischen Leben und Tod", sagte Hollande am Freitag nach einem Besuch in einem Krankenhaus in Nizza. Der Anschlag am Nationalfeiertag habe sich gegen Frankreich gerichtet. "Warum der 14. Juli? Weil er das Fest der Freiheit ist", so Hollande. Er bestätigte, unter den Opfern seien auch viele Ausländer und viele Kinder.

+++ 15.12 Uhr: De Maizière: Keine Verbindung des Täters nach Deutschland +++

Nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gibt es bei dem Attentäter von Nizza keine Querverbindungen nach Deutschland. "Ein Deutschland-Bezug auf der Täterseite liegt nach den uns vorliegenden Ermittlungsergebnissen nicht vor", sagte de Maizière am Freitag in Berlin. Bislang habe sich auch noch keine Gruppe zu dem Anschlag bekannt. Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hätten die Attacke in sozialen Netzwerken aber bereits "zynischerweise" gefeiert.

De Maizière sagte weiter, der Anschlag zeige erneut, wie real die Gefahr islamistischer Terrorakte in Europa sei. Auch Deutschland stehe im Fokus solcher islamistischen Attentate. "Die Sicherheitsbehörden in Deutschland tun alles in ihrer Macht stehende, um Anschläge in Deutschland zu verhindern. Eine Garantie dafür, dass das immer gelingt, gibt es leider nicht." 

+++ 14.58 Uhr: Augenzeugenberichte aus Nizza: "Es war der Horror" +++

Ein Journalist der Zeitung "Nice Matin" zum Anschlag von Nizza: "Mein erster Gedanke war: Ein Verrückter wollte sein kleines Feuerwerk zünden und hatte es nicht unter Kontrolle. Einen Sekundenbruchteil später kam ein riesiger weißer Lastwagen mit irrer Geschwindigkeit auf die Menschen zu und lenkte hin und her, um ein Maximum an Menschen umzufahren. Ich habe Menschen wie Bowlingkegel durch die Luft fliegen sehen, als er vorbeifuhr. Lärm und Schreie gehört, die ich niemals vergessen werde. Ich war wie gelähmt."

Journalistin Janine Konopka schilderte der "Schwäbischen Zeitung" ihre Eindrücke: "Dieser Lkw, der raste komplett auf uns zu, also er war wirklich zum greifen nah, und es ging um Millisekunden. Ich habe dann meine Mutter zur Seite gestoßen und auf den Boden geworfen und bin auch auf sie draufgefallen. Und die Menschen neben uns, die hinter uns waren oder seitlich - die sind entweder überrollt worden oder auch woanders hingeworfen worden."

Ben und Elyse Phelps aus Perth: "Wir waren an der Promenade, als der Lastwagen mit 50, 60 Kilometern in der Stunde durch die Menschenmenge fuhr und sie ummähte. Wir sind in Panik weggerannt, weg vom Meer. Dann hörten wir Schüsse und sind weitergerannt landeinwärts."

+++ 14.28 Uhr: Passagiere dürfen ihr Gepäck abholen +++

Der Alarm ist offenbar schon wieder aufgehoben worden. Die Passagiere dürfen zum Terminal zurück und ihre Koffer abholen.

+++ 14.07 Uhr: Flughafen von Nizza wird offenbar evakuiert - Ursache unklar +++

Wie die Nachrichtenagentur "Associated Press" auf Twitter schreibt, wird der Flughafen von Nizza gerade evakuiert. Die Grunde hierfür sind bislang unbekannt. Möglicherweise hat ein unbeaufsichtigtes Gepäckstück für die Maßnahme ausgelöst. Laut "AP" sei den Flugreisenden befohlen worden, den Flughafen zu verlassen. Soldaten befänden sich demnach gerade im Flughafengebäude im Einsatz.

+++ 13.31 Uhr: Polnischer Minister: Anschlag Folge von Multikulti-Politik +++

Der polnische Innenminister Mariusz Blaszczak hat den Terroranschlag von Nizza in Zusammenhang mit der Einwanderungspolitik in Westeuropa gerückt. "Das ist ein Problem in Verbindung mit Jahrzehnten von Multikulti-Politik, mit politischer Korrektheit. Das sind leider die Folgen davon", sagte er am Freitag im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVP. Bei dem Anschlag wurden am Donnerstagabend mindestens 84 Menschen getötet, darunter auch mehrere Ausländer.

+++ 13.20 Uhr: Rat der Muslime in Frankreich verurteilt Anschlag in Nizza +++

Der Rat der Muslime in Frankreich hat den Anschlag in Nizza mit mindestens 84 Toten als "widerlich" verurteilt. Er habe das Land an dem Tag getroffen, an dem Frankreich seine Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gefeiert habe, teilte die Organisation am Freitag mit. Am Vorabend war ein Mann mit einem Lastwagen auf der bekannten Promenade des Anglais in eine Menschenmenge gerast. Der 14. Juli ist der französische Nationalfeiertag. An diesem wird der Jahrestag des Sturms auf die Bastille im Jahr 1789 gefeiert, der als Beginn der Französischen Revolution gilt.

+++ 13.10 Uhr: Mindestens zwei US-Bürger unter Todesopfern von Anschlag in Nizza +++

Unter den Todesopfern des Anschlags von Nizza sind mindestens zwei US-Bürger. Das bestätigte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Freitag in Moskau am Rande eines Besuchs von Außenminister John Kerry. Die Regierung sprach den Angehörigen und Freunden der Getöteten ihre Anteilnahme aus.

+++ 12.52 Uhr: Hollande in Nizza eingetroffen +++

Nach dem Anschlag in Nizza mit mindestens 84 Toten ist der französische Präsident François Hollande in der Stadt eingetroffen, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Er will am Freitag unter anderem die Präfektur und ein Krankenhaus besuchen. Geplant sind Begegnungen mit Sicherheits- und Rettungskräften. Auch Premierminister Manuel Valls und Innenminister Bernard Cazeneuve halten sich in Nizza auf. 

+++ 12.51 Uhr: Bundespolizei kontrolliert verstärkt an Grenze zu Frankreich +++

Nach dem Anschlag in Nizza mit mindestens 84 Toten kontrolliert die Bundespolizei verstärkt an den Grenzen zu Frankreich. Betroffen sind Grenzübergänge an Autobahnen und anderen Straßen sowie an Flughäfen. Zudem wird auch in Zügen strenger kontrolliert, wie die Bundespolizei am Freitag in Potsdam mitteilte.
Weitere Details könnten aus einsatztaktischen Gründen nicht genannt werden.

+++ 11.56 Uhr: Mindestens 50 Kinder nach Anschlag im Krankenhaus +++

Nach dem Anschlag werden mindestens 50 Kinder in der südfranzösischen Stadt im Krankenhaus behandelt. Zwei Kinder seien am Freitagmorgen bei Operationen gestorben, teilt eine Sprecherin des Kinderkrankenhauses Lanval mit. Weitere Kinder schweben noch in Lebensgefahr.

+++ 11.42 Uhr: Schulaufsicht bestätigt laut RBB: Drei Teilnehmer einer Abi-Fahrt aus Berlin unter den Opfern +++

+++ 11.07 Uhr: Offenbar drei Deutsche unter den Opfern +++

Wie die "Tagesschau" meldet, sind bei dem Anschlag in Nizza mindestens drei Deutsche getötet worden. Es soll sich um eine Lehrerin und zwei Schüler aus Berlin handeln.

Nizza-Attntat: So trauert das Netz um die Toten des Lkw-Anschlags

+++ 10.55 Uhr: Hollande ruft dreitägige Staatstrauer aus +++

Nach dem Anschlag von Nizza mit mindestens 84 Toten hat Frankreichs Staatschef François Hollande eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Sie beginne am Samstag und dauere bis Montag, so Premierminister Manuel Valls nach einem Treffen des Sicherheitskabinetts in Paris. An öffentlichen Gebäuden sollten die Fahnen schon ab Freitag auf Halbmast gehängt werden.

+++ 10.43 Uhr: Aldag lässt seinen Fahrern Tour-Ausstieg offen +++

Der deutsche Teamchef Rolf Aldag vom Radrennstall Dimension-Data lässt seinen Fahrern einen Ausstieg bei der Tour de France mit Blick auf den Terroranschlag in Nizza offen. "Die Ausgangslage ist klar. Wenn jemand sich in seiner Sicherheit bedroht fühlt, kann er natürlich heimfahren", so Aldag vor dem Start der 13. Etappe in Bourg-Saint-Andéol. Man werde niemanden zur Weiterfahrt zwingen. Er habe aber das Gefühl, dass seine Mannschaft im Rennen bleibe.

+++ 10.36 Uhr: "Grausam und zynisch": Putin verurteilt Anschlag +++

Der russische Präsident Wladimir Putin verurteilt den Anschlag in Nizza als grausam und zynisch. "Wir haben einmal mehr gesehen, dass dem Terrorismus die menschliche Moral absolut fremd ist: seine Opfer sind unschuldige Zivilisten, darunter Frauen und Kinder", schreibt Putin in einem Beileidstelegramm an den französischen Präsidenten François Hollande.

Putin ruft zu einem umfassenden Kampf gegen den Terrorismus auf. Kämpfer und ihre Hintermänner müssten in ihren Verstecken gefunden und unschädlich gemacht, ihre Infrastruktur zerstört und ihre Finanzen unterbunden werden, sagt er einer Mitteilung des Kremls zufolge. "Für den Sieg über "dieses schreckliche Übel" müssen sich alle Kräfte der zivilisierten Menschheit vereinen", fordert Putin.

+++ 10.21 Uhr: "Tagesspiegel": Drei Berliner Schulklassen in Nizza +++

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, haben sich mindestens drei Berliner Schulklassen zur Zeit des Anschlags in Nizza aufgehalten. Von zwei Schulen ist bekannt, dass sie nicht betroffen sind. Von der dritten Schule habe die Sprecherin der Senatsbildungsverwaltung, Beate Stoffers, am frühen Vormittag noch keine Rückmeldung.

+++ 10.13 Uhr: Attentäter formell identifiziert +++

Wie aus Polizeikreisen verlautet, handele es bei dem Täter sich um einen 31-jährigen Franko-Tunesier mit Wohnsitz in Nizza, dessen Ausweispapiere im Tatwagen gefunden wurden. In Nizza laufen derzeit "mehrere" Polizeieinsätze.

+++ 9.53 Uhr: Lastwagen war vor wenigen Tagen gemietet worden +++

Der bei dem Anschlag in Nizza verwendete Lastwagen war kürzlich in Südwestfrankreich gemietet worden. Der Lkw sei "vor einigen Tagen in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur" angemietet worden, in der Nizza liegt, verlautet aus Polizeikreisen.

Bei dem Anschlag habe der Lastwagen zudem "mindestens einmal seine Richtung geändert", heißt es aus den Kreisen weiter. Das Ziel des Fahrers sei eindeutig gewesen, "so viele Opfer wie möglich" zu töten. 

+++ 9.49 Uhr: Tour-de-France-Spitzenreiter Froome gedenkt der Opfer +++

Tour-de-France-Spitzenreiter Chris Froome drückt nach dem verheerenden Terroranschlag in Nizza seine Anteilnahme aus. "Die Gedanken sind bei denen, die von dem schrecklichen Terroranschlag betroffen sind", schreibt der Brite beim Kurznachrichtendienst Twitter.

+++ 9.43 Uhr: Kauder: Terrorismus eine Herausforderung der gesamten Menschheit +++

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) verurteilt den Anschlag in Nizza mit vielen Toten als "schreckliche Inhumanität". Die Welt müsse enger zusammenrücken, mahnt er in Berlin. Der Terrorismus sei mittlerweile eine "Herausforderung für die gesamte Menschheit und alle friedliebenden Staaten".

Propagandisten des Terrors müsse der Zugang zu Plattformen erschwert werden, auf denen sie ihre menschenverachtenden Botschaften verbreiteten, fordert Kauder. Bei dem Anschlag in der französischen Küstenstadt waren am Donnerstagabend mindestens 84 Menschen ums Leben gekommen. Kauder sagt: "Wir trauern mit dem französischen Volk um die unschuldigen Opfer dieses erneuten sinnlosen Akt des Terrors."

+++ 9.41 Uhr: Rihanna-Konzert und Jazz-Festival in Nizza abgesagt +++

Nach dem Anschlag in Nizza mit mindestens 84 Toten fällt ein für Freitagabend in der französischen Stadt geplantes Konzert von US-Superstar Rihanna (28) aus. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien", schreibt die Sängerin auf Instagram.


Auch ein Jazz-Festival in Nizza ist abgesagt, wie der Verwaltungsbezirk Alpes-Maritimes am Freitag mitteilt. Die berühmte Promenade des Anglais, auf der am Vorabend ein Mann mit einem Lastwagen in eine feiernde Menschenmenge gerast war, bleibt zunächst geschlossen, ebenso wie der Strand entlang der Flaniermeile. Die südfranzösische Stadt Marseille sagt ein für Freitagabend geplantes Feuerwerk ab. 

+++ 9.30 Uhr: Auswärtiges Amt schließt deutsche Opfer in Nizza nicht aus +++

Das Auswärtige Amt schließt nicht aus, dass unter den Opfern des Anschlags von Nizza auch Deutsche sein könnten.
"Nach Auswertung aller bisher vorliegenden Informationen können wir nicht ausschließen, dass auch Deutsche betroffen sind", teilte eine Sprecherin am Freitag in Berlin mit. Ein Konsularteam des Generalkonsulats Marseille sei auf dem Weg in die südfranzösische Küstenstadt, um vor Ort die Lage aufzuklären und gegebenenfalls betroffenen Deutschen Hilfe und Beistand zu leisten.

"Das Krisenreaktionszentrum in Berlin, die Botschaft Paris und das Generalkonsulat Marseille stehen in engstem Kontakt mit den zuständigen französischen Stellen und arbeiten mit Hochdruck daran, Gewissheit zu erlangen", sagte die Sprecherin. Man müsse davon ausgehen, dass dies noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Bei dem Anschlag in Nizza waren mindestens 84 Menschen getötet worden.

+++ 9.14 Uhr: Keine Gebühren für Anrufe nach Frankreich +++

Mehrere Telekommunikationsanbieter berechnen zur Zeit keine oder verringerte Gebühren für Anrufe und Textnachrichten von und nach Nizza.

+++ 8.52 Uhr: Medwedew: Europa und Asien müssen Terror gemeinsam bekämpfen +++

"Europa und Asien müssen sich gegen den Terrorismus vereinen", schreibt Russlands Regierungspräsident Dmitri Medwedew bei Facebook. "Terroristen und ihre Unterstützer verstehen nur die Sprache der Gewalt und die müssen wir nutzen." Der Ministerpräsident spricht Frankreich sowie den Angehörigen der mindestens 84 Toten sein Beileid aus. Auch Russen seien unter den Opfern, schreibt Medwedew, der in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator am Asem-Gipfel teilnimmt.

Mexiko

Das Senatsgebäude in Mexiko-Stadt wird in den französischen Nationalfarben beleuchtet. Weltweit bekunden Politiker und Personen des öffentlichen Lebens ihre Solidarität mit den Franzosen.

+++ 8.26 Uhr: Hollande spricht von "terroristischem Akt" +++

Nach der tödlichen Attacke mit einem Lastwagen auf Passanten in Nizza spricht Frankreichs Präsident François Hollande von einem terroristischen Charakter der Tat. "Wir müssen alles tun, um die Geißel des Terrorismus zu bekämpfen", sagt Hollande.

"Ganz Frankreich ist vom islamistischen Terrorismus bedroht", sagt der Staatschef. Deswegen sollten zusätzlich Soldaten und Reserven bei den Sicherheitskräften mobilisiert werden. Der seit den Anschlägen vom 13. November geltende Ausnahmezustand, den Hollande eigentlich am 26. Juli enden lassen wollte, soll um drei weitere Monate verlängert werden. Das Parlament solle darüber in der kommenden Woche entscheiden.

Der Fahrer des Lastwagens sei getötet worden, so Hollande. Bisher gebe es keine Hinweise auf Komplizen. Unter den Toten seien auch Kinder.

Hollande kündigt eine Verstärkung der französischen Aktivitäten im Irak und in Syrien an. Dort fliegt Frankreich als Teil der internationalen Koalition Angriffe gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Hollande, der für 9.00 Uhr eine Sitzung des für Sicherheit und Verteidigung zuständigen Kabinetts einberufen hat, will am Freitag mit Premierminister Manuel Valls zum Ort der Attacke nach Nizza fahren. 

+++ 8.19 Uhr: Regionalpräsident: Ein Dutzend Kinder unter den Opfern +++

Der französische Nachrichtensender BFMTV zitiert Regionalpräsident Christian Estrosi mit den Worten, es seien "ein Dutzend" Kinder unter den Opfern des Anschlags.

+++ 8.15 Uhr: Krankenhäuser in Nizza rufen zu Blutspenden auf +++

Die Kliniken in Nizza bitten die Bevölkerung um Blutspenden.

+++ 7.49 Uhr: Steinmeier spricht Frankreich Mitgefühl da +++

Nach dem Anschlag von Nizza zeigt sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD)erschüttert. "Wir trauern mit Frankreich und stehen in diesen schweren Momenten fest an seiner Seite", erklärt Steinmeier. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und dem ganzen französischen Volk."


+++ 7.43 Uhr: Frankreichs Innenminister: Mindestens 84 Tote in Nizza +++

Bei der Attacke mit einem Lastwagen auf Passanten in Nizza sind nach neuen Angaben von Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve mindestens 84 Menschen ums Leben gekommen. 18 Menschen seien sehr schwer verletzt worden, sagte Cazeneuve am Freitagmorgen in Nizza. Zuletzt war von 80 Opfern die Rede gewesen.

+++ 7.39 Uhr: Angela Merkel: Deutschland steht an der Seite Frankreichs +++

Nach dem Terroranschlag von Nizza sichert Bundeskanzlerin Angela Merkel Frankreich die volle Solidarität Deutschlands zu. "Deutschland steht im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs", sagt sie am Rande des Asem-Gipfels im mongolischen Ulan Bator.

+++ 7.38 Uhr: ARD-Terrorexperte: Nizza passt zur Strategie des IS +++

+++ 7.29 Uhr: Papiere eines 31-jährigen Franko-Tunesiers im LKW gefunden +++

Wie die Nachrichtenagentur AFP mit Berufung auf Polizeikreise berichtet, wurden im LKW die Ausweispapiere eines 31-jährigen Franko-Tunesiers gefunden. Ob es sich dabei um die Papiere des Täters handelt, ist noch unklar.

+++ 7.18 Uhr: Medienbericht: LKW-Fahrer nicht radikalisiert +++

Der Fahrer des Lastwagens, der in Nizza in eine feiernde Menschenmenge gerast ist, soll nach ersten Erkenntnissen der französischen Polizei nicht politisch radikalisiert gewesen sein. Das berichtet der Nachrichtensender BFMTV am Freitag unter Berufung auf Ermittlerkreise.

In dem Lastwagen wurden Papiere eines franko-tunesischen Mannes gefunden. Die Behörden versuchen, die Identität des Fahrers festzustellen.

+++ 7.09 Uhr: Polizei findet Granate und Waffen-Attrappen in LKW +++

In dem Lastwagen, der in eine Menschenmenge in Nizza gerast ist, wurden eine funktionsunfähige Granate und Feuerwaffen-Attrappen gefunden. Die französischen Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf Ermittler, der Fahrer habe mehrmals mit einer Pistole geschossen, bevor er von der Polizei getötet wurde.

+++ 7.01 Uhr: Juncker: "Terrorismus innerhalb und außerhalb der EU bekämpfen" +++

"Wir werden den Terrorismus innerhalb und außerhalb Europas bekämpfen", schreibt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in einer ersten Reaktion auf den Anschlag von Nizza.

+++ 6.30 Uhr: UN-Sicherheitsrat verurteilt Anschlag +++

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilt den Lastwagen-Anschlag in Nizza mit mindestens 80 Toten als "barbarischen und feigen terroristischen Anschlag" scharf. In einer Erklärung in der Nacht zum Freitag teilt der Sicherheitsrat sein tiefes Mitgefühl für die Familien der Opfer mit. Ebenso kondoliert er der französischen Regierung. Man hoffe, dass die Täter der terroristischen Tat zur Rechenschaft gezogen würden, hieß es darin.

Der Ort des Anschlags: Die Promenade des Anglais in Nizza - direkt am Mittelmeer

Der Ort des Anschlags: Die Promenade des Anglais in Nizza - direkt am Mittelmeer

+++ 6.11 Uhr: LKW-Fahrer soll Feuer auf Polizei eröffnet haben +++

Der Lkw-Angreifer von Nizza hat mit einer Pistole das Feuer eröffnet, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Das verlautet aus Ermittlerkreisen. Auch Regionalpräsident Christian Estrosi sagt, der Mann habe "mehrfach geschossen".Estrosi hatte zuvor außerdem gesagt, in dem 19-Tonner seien "schwere Waffen" gefunden worden. Aus Ermittlerkreisen heißt es, es seien eine nicht funktionsfähige Granate und Waffenattrappen entdeckt worden.

+++ 6.00 Uhr: Bis lang keine Hinweise auf deutsche Opfer +++

Nach dem Anschlag im südfranzösischen Nizza hat das Auswärtige Amt bislang keine Hinweise darauf, dass Deutsche betroffen sein könnten. "Das Auswärtige Amt, die deutsche Botschaft in Paris und das Generalkonsulat in Marseille stehen in engem und ständigen Kontakt mit den französischen Behörden und bemühen sich um Aufklärung, ob auch Deutsche betroffen sind", sagt eine Sprecherin am Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. "Dies können wir zum jetzigen Zeitpunkt weder ausschließen, noch bestätigen."

+++ 5.24 Uhr: Frankreichs Innenminister spricht von "Terroristen" +++

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve nennt im Zusammenhang mit dem Anschlag von Nizza den Täter einen Terroristen. Die Polizei habe "in einer sehr gefährlichen Situation einen Terroristen ausschalten können", sagt er in Nizza.

tim / DPA / AFP