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Nordkorea unter Verdacht: Hacker legen TV-Server in Südkorea lahm

Die Computernetzwerke von drei Fernsehsendern und zwei Banken in Südkorea sind anscheinend gehackt worden. Wie es zu dem Vorfall kam, ist noch unklar. Hinter dem Ausfall könnte Nordkorea stehen.

Nach massiven Ausfällen der Computernetzwerke bei mehreren Sendeanstalten und Banken in Südkorea hat die Polizei Ermittlungen wegen eines möglichen Cyberangriffs von außen aufgenommen. Der Zwischenfall löste sofort Spekulationen um eine mögliche Attacke aus dem kommunistischen Nachbarland Nordkorea aus. Die Ermittlungen zu den Ursachen dauerten an, sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch. Ob Nordkorea dahinter stecken könne, sei noch nicht geklärt.

Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap waren die Computernetze der Sender KBS, MBC, des Nachrichtenkanals YTNs sowie der Banken Shinhan und Nonghyup betroffen. Aus KBS verlautete, die Programmproduktion verlaufe weitgehend normal. Der Internetzugang sei jedoch seit Stunden blockiert. Südkoreas Agentur für Internet-Sicherheit müsse noch Anzeichen für einen Angriff von außen finden, berichtete einer der betroffenen Sender. Ein Sprecher des Internet-Anbieters LG UPlus sagte, er gehe davon aus, dass sein Netzwerk geknackt wurde.

Südkorea beschuldigt das Nachbarland, in den vergangenen Jahren eine Reihe von Cyberangriffen auf Websites von Behörden und Finanzinstituten des Landes unternommen zu haben. Nordkorea bestreitet das. Zuletzt hatte Nordkorea indirekt Südkorea und die USA für angebliche Attacken auf seine Computernetzwerke verantwortlich gemacht. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel sind seit dem dritten Atomtest in Nordkorea im Februar äußerst gespannt.

vim/mlr/DPA/Reuters / DPA / Reuters