HOME

NSU-Prozess: Zschäpe-Verteidiger wirft BKA-Ermittlern "Dilettantismus" vor

Nicht Beate Zschäpes neuer Anwalt, sondern einer ihrer drei Altverteidiger tritt im NSU-Prozess kämpferisch für sie auf. Es geht um Ermittlungen zweier BKA-Beamter zu einer rätselhaften Taxifahrt.

Zschäpe-Anwalt Wolfgang Stahl (l) flankiert seine Mandantin am 28.07.2015 im Gerichtssaal in München (Bayern)

Zschäpe-Verteidiger Wolfgang Stahl (l.) wartete mit harscher Kritik an den Ermittlungsmethoden des BKA auf

Einer der Verteidiger von Beate Zschäpe hat im Münchner NSU-Prozess zwei Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) scharf kritisiert und ihnen "Dilettantismus" vorgeworfen. Dabei lieferte sich Rechtsanwalt Wolfgang Stahl am Mittwoch auch lautstarke Wortgefechte mit dem Vorsitzenden Richter Manfred Götzl. Götzl warf dem Verteidiger Suggestivfragen an die Ermittler vor, was der Anwalt empört zurückwies.

Die beiden BKA-Beamten hatten als Zeugen vor Gericht berichtet, wie sie kurz nach dem Auffliegen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" im November 2011 einen Zwickauer Taxifahrer vernahmen. Er habe ihnen gesagt, Zschäpe ein halbes Jahr zuvor zum Bahnhof gebracht zu haben.

Stahl kritisierte daraufhin, die beiden Polizisten hätten ihre Vernehmung erst Wochen später schriftlich niedergelegt und ihren Zeugen zudem "nicht offen" befragt: "Man fragt sich, ob das Ergebnis nicht schon vorher feststand."

Nebenklage-Nachfrage enthüllt neue Details

Der Taxifahrer hatte bei einem früheren Gerichtstermin in München ausgesagt, er sei mit Zschäpe zum Bahnhof gefahren, wo sie dann zwei Männer abgeholt habe. Dann sei es zurück in jene Straße gegangen, wo das Trio seine Fluchtwohnung hatte. Die Ermittler hatten bis dahin gemutmaßt, Zschäpe könne mit der Bahn zu einem Unterstützer nach Niedersachsen gereist sein.

Erst auf Nachfrage eines Nebenklage-Anwalts stellte sich zudem heraus, dass die Zwickauer Taxizentrale Zschäpes mutmaßlichen Bestellanruf mitgeschnitten hatte. Das war bis dahin nicht bekannt. Wo sich der Telefonmitschnitt befindet, wusste einer der als Zeugen aufgetretenen BKA-Beamten nicht zu sagen.

Zschäpe muss sich im NSU-Prozess für zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und eine Serie von Überfällen mit rechtsextremistischem Hintergrund verantworten.

lst/ DPA
Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.