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NSU-Prozess: Im Namen der Toten

Nächste Woche beginnt der NSU-Prozess. Für die Hinterbliebenen der Opfer geht es um mehr als um Beate Zschäpes Schuld. Der stern hat einige von ihnen in der Türkei und Deutschland besucht.

Von Lena Kampf und Nicolas Büchse

Familien der NSU-Opfer: Die schmerzhafte Suche nach Gerechtigkeit

Er wolle zurückkehren, hatte Ismail Yasar seiner Mutter am Telefon noch gesagt. Nach dreißig Jahren in Deutschland hatte er endlich genug Geld verdient, er hatte Sehnsucht nach seiner Heimat und seiner Familie. Zwei Tage später war er tot. Erschossen vor seinem Dönerstand in Nürnberg am 9. Juni 2005.

Ismail Yasar ist das fünfte Opfer der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund". Seine Mutter, die 81-Jährige Salime Yasar, wird nicht dabei sein, wenn der Tod ihres Sohnes nächste Woche in München mitverhandelt wird. Ihr fehlt die Kraft und das Geld nach München zu reisen.

Auch Yunus Turgut, der Bruder des Rostocker NSU-Opfers Mehmet Turgut, wird nicht in den Gerichtssaal kommen, auch er kann es sich nicht leisten. Er wird im Fernsehen den Prozess verfolgen. Daher hat es ihn besonders getroffen, dass keine türkischen Medien vom Gericht zugelassen wurden. "So bekommen wir Informationen nur aus zweiter Hand."

Der stern hat für die aktuelle Ausgabe beide Familien in der Türkei besucht. Wie erleben sie den Prozessbeginn aus mehr als 3000 Kilomentern Entfernung? Welche Erwartungen haben die Hinterbliebenen?

Längst ist klar, dass es ein Prozess werden wird, bei dem es nicht nur um die Schuld oder Unschuld von Beate Zschäpe und den vier anderen mutmaßlichen Terrorhelfern geht. Es geht auch darum, das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen. Ein Vertrauen, von dem nicht mehr viel übrig ist, bei Gamze Kubasik, die der stern ebenfalls für das aktuelle Heft getroffen hat.

Zwei Tage nach dem Tod ihres Vaters kamen die Hunde. Gamze Kubasik sah, wie sie im Kinderzimmer schnüffelten, im Ehebett, im Keller. Die Polizisten vermuteten, dass ihr Vater, ein Dortmunder Kioskbesitzer, ein Dealer war. Gamze Kubasik, damals 20 Jahre alt, hat die Hunde ins Haus gelassen, sie verstand, dass im Umfeld des Toten ermittelt werden muss. Sie verstand, warum ihre Mutter von der Polizei verhört werden musste. Ein dutzend Vernehmungen mit den immer gleichen Fragen. Warum die Polizisten auch nach Monaten nicht aufhörten, ihren Vater zu verdächtigen, irgendwann verstand Gamze Kubasik es nicht mehr. Als sich dann im November 2011 der NSU enttarnte, fragte sich Gamze Kubasik, ob Deutschland ihr wirklich eine sichere Heimat sein kann.

Das Münchner Gericht vermag diese Frage nicht zu klären, doch der Prozess rüttelt auch am Selbstbild der Bundesrepublik: Warum fiel es so leicht zu glauben, die Mordserie an Migranten komme aus dem kriminellen Milieu? Kämpfen die Polizei, die Politik, die Bürger selbst entschlossen genug gegen rechte Gewalt?

Nächsten Mittwoch wird Gamze Kubasik Beate Zschäpe gegenübertreten. Sie will ihr endlich in die Augen sehen. Sie will Antworten. Auch Salime Yasar hofft auf eine gerechte Strafe für die Mörder ihres Sohnes. Sie wird am Grab ihres Sohnes sitzen, den sie in seinem Heimatort Suruc, nahe der türkisch-syrischen Grenze begraben hat. Roter Sand bedeckt das Grab aus Marmor. Immer wieder streicht Salime Yasar mit ihrer rechten Hand darüber.

Zu Beginn des NSU-Prozesses veranstaltet der stern am 17. April eine Podiumsdiskussion im Münchner Rathaus. Zum Thema "Was tun gegen Nazi-Gewalt?" sprechen Uli Hoeneß, Christian Ude, Peter Maffay und Bernd Wagner von der Aussteiger-Organisation Exit. Moderieren wird Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der stern-Chefredaktion. Beginn ist um 19 Uhr.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.