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Öl-Milliardär Chodorkowski: Moskauer Gericht weist Sex-Klage ab

Eine Sorge weniger für den russischen Öl-Milliardär Michail Chodorkowski: Ein Moskauer Stadtgericht hat eine ominöse Klage wegen sexueller Belästigung gegen den Ex-Eigentümer des Ölkonzerns Yukos abgewiesen. Ungleich bedeutsamer für den Kreml-Kritiker ist jedoch ein weiterer Prozess, der in der nächsten Woche beginnt.

Der frühere russische Öl-Milliardär Michail Chodorkowski muss nicht wegen sexueller Belästigung vor Gericht. Ein Moskauer Stadtgericht lehnte am Mittwoch die Klage eines Mithäftlings auf Schadenersatz wegen homosexueller Übergriffe durch Chodorkowski ab, wie die Agentur Interfax meldete.

Chodorkowski war zu Wochenbeginn aus dem Straflager in Sibirien nach Moskau geflogen worden, wo in Kürze gegen ihn und seinen früheren Geschäftspartner Platon Lebedew ein weiterer Strafprozess wegen angeblicher milliardenschwerer Unterschlagung beginnt. Er war bereits 2005 wegen Steuerhinterziehung zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt worden.

Der Sex-Kläger hatte Chodorkowski im April 2006 mit einem Messer angegriffen und im Gesicht verletzt. Später rechtfertigte der Täter dies mit Übergriffen Chodorkowskis. Ein anderer Mithäftling sagte dagegen, die Klage sei auf Betreiben der Justiz eingereicht worden, um einen Antrag des einst reichsten russischen Unternehmers auf Begnadigung zu unterlaufen.

Ab Dienstag kommender Woche beginnt das Betrugs-Verfahren gegen die früheren Eigentümer des Ölkonzerns Yukos mit Vorverhandlungen, von denen die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist. Zum späteren Hauptverfahren sind die Medien hingegen zugelassen.

Chodorkowski und Lebedew waren 2005 unter Anrechnung der Untersuchungshaft zu acht Jahren Lagerhaft wegen Steuerhinterziehung und Betrugs verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen nun vor, vor ihrer Verhaftung 2003 über Jahre Einnahmen aus der Ölproduktion unterschlagen zu haben.

DPA / DPA