Oldenburg Fast 500 Hinweise nach Holzklotz-Attacke


Knapp zwei Wochen nach der schrecklichen Holzklotz-Attacke von Oldenburg wächst der Druck auf den oder die Täter. Die Polizei geht mittlerweile mehr als 450 Hinweisen nach. Selbst ein Gentest bei 1200 Jugendlichen könnte in nächster Zeit möglich werden.

Die 27 Beamten der eigens gebildeten Sonderkommission "Brücke" arbeiten sich durch die vielen Hinweise, die vor allem nach der Ausstrahlung des Falls bei zwei Fernsehsendern eingegangen waren. Unter den Hinweisen seien auch viele Namen, sagte Polizeisprecher Sascha Weiß. Ein konkreter Tatverdacht habe sich bislang nicht ergeben, es seien aber auch erst einige der von Zeugen benannten Personen befragt worden. Wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist, konnte Weiß nicht sagen: "Wir sind noch lange nicht am Ende".

Hoffnung auf Partikelspuren

So könnte auch ein Massen-Gentest Realität werden. Die Fahnder untersuchen derzeit den Holzklotz, bei dem es sich um gesägtes Pappelholz handelt, Millimeter für Millimeter. Die Hoffnung: Auf dem Holz könnten sich Faserspuren, Blut- oder Hautpartikel befinden. Sollte es sich um verlässliche Spuren handeln und ein Abgleich mit Polizeidatenbanken erfolglos bleiben, schließen die Fahnder einen solchen Massentest nicht aus.

Nach einem Zeitungsbericht könnten etwa 1200 Jugendliche betroffen sein. Sollte die Polizei zu diesem Mittel greifen, müssten nach Informationen der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" im Umkreis des Tatorts alle 16- bis 20- Jährigen zur Speichelprobe. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, für einen Massen-Gentest gebe es noch keine konkreten Überlegungen. Grundsätzlich sei so etwas etwa bei Sexual- oder Tötungsdelikten auf freiwilliger Basis möglich, wenn der Adressatenkreis eingeschränkt werde. Er hoffe aber, dass sich die Problematik gar nicht stelle und die Ermittlungen auf anderem Wege zum Erfolg führten.

Jugendliche wären deshalb betroffen, weil sich vier bis fünf von ihnen zum Tatzeitpunkt auf der Autobahnbrücke aufgehalten haben sollen. Derzeit konzentriert sich die Soko ganz darauf, die vier oder fünf Mitglieder dieser Gruppe zu identifizieren. Die Tatsache, dass sich bisher aus der gesuchten Gruppe keiner mit der Polizei in Verbindung gesetzt habe, erhöhe den Verdacht, sagte der Polizeisprecher. Es gelte, "den Druck auf den oder die Täter möglichst hoch zu halten".

Die Holzklotz-Attacke hatte Deutschland Ostersonntag erschüttert: Eine zweifache Mutter aus Nordrhein-Westfalen war bei dem Wurf von einer Autobahnbrücke ums Leben gekommen. Ihr Mann und die beiden Kinder standen unter Schock.

AFP/AP/DPA AP DPA

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