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Bericht der "New York Times": Witwen der Sportler erzählen grausame Details über Olympia-Attentat von 1972

Die Männer, die beim Attentat auf ein israelisches Team bei den Olympischen Spielen in München ermordet wurden, hatten vor ihrem Tod Schreckliches zu erleiden. Das berichten nun die Witwen der Sportler.

Die Aufnahme vom 1972 zeigt Polizei mit ihren Einsatzwagen am hermetisch abgeriegelten Olympischen Dorf der Münchner Sommerspiele

Die Aufnahme vom 1972 zeigt Polizei mit ihren Einsatzwagen am hermetisch abgeriegelten Olympischen Dorf der Münchner Sommerspiele

Beim Attentat der Olympischen Sommerspiele in München am 5. September 1972 stürmten acht Terroristen der palästinensischen Organisation "Schwarzer September" das Wohnquartier der israelischen Mannschaft. Sie nahmen elf Sportler als Geiseln und ermordeten sie. Die Witwen von zweien sind Ankie Spitzer und Ilano Romano. Sie fordern seit Jahren eine vollständige Aufklärung des Anschlags von Deutschland und dem Internationalen Olympischen Komitee.

Der "New York Times" haben die beiden Frauen jetzt neue und bislang geheim gehaltene Details des Attentats erzählt. Die Gespräche mit den Witwen hätten neue, schreckliche Details zutage gefördert, berichtete die Zeitung in ihrer Ausgabe am Dienstag.

Genitalien abgeschnitten - Geiseln mussten zusehen

So sollen die Terroristen die Sportler brutal zusammengeschlagen haben, einige der Israelis sollen Knochenbrüche erlitten haben. Einem ihrer Opfer schnitten die Peiniger den Angaben zufolge seine Genitalien ab - vor den Augen der anderen Geiseln.

 Angehörige hätten erst 20 Jahre später Einzelheiten erfahren, nachdem deutsche Behörden ihnen Einsicht in Dokumente gewährten, deren Existenz jahrelang verschwiegen worden sei. Die darin enthaltenen Fotos seien "so furchtbar, wie in meinen schlimmsten Vorstellungen", sagte eine der Witwen. Die Zeitung sprach anlässlich der Dreharbeiten zu einem Film mit den Hinterbliebenen. Darin geht es um den Kampf der Opferfamilien um konkretere Informationen über das Attentat

Bei den Sommerspielen im September 1972 hatten Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation "Schwarzer September" die Sportler in ihrer Unterkunft überfallen und als Geiseln genommen, um in Israel Gefangene freizupressen. In dem Appartement und bei einer späteren Befreiungsaktion auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck starben elf Sportler und ein Polizist. Auch fünf Terroristen kamen ums Leben.

jen / DPA