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Beamter in Oregon angeschossen: Grundstück wird gepfändet, Besitzer legt teils tödliche Fallen aus – dann rückt das FBI an

Im US-Bundesstaat Oregon sollte ein Mann sein Haus verlieren. Doch der 67-Jährige wollte sich nicht kampflos geschlagen geben: Unter anderem mit Selbstschussanlagen und Bärenfallen stellte er sich der Polizei in den Weg.

Unter anderem mit solchen Bärenfallen präparierte der Mann in Oregon sein Grundstück

Unter anderem mit solchen Bärenfallen präparierte der 67-Jährige in Oregon sein Grundstück

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Immerhin hatte er zur Warnung ein Schild angebracht. Nachdem der 67-jährige Gregory Lee R. sein Grundstück im US-Bundesstaat Oregon mit allerlei teilweise hochgefährlichen Fallen präparierte - so zumindest wirft es ihm die Polizei vor - steckte er die Warnung "Beschützt von improvisierten Vorrichtungen" in seinen Vorgarten. Das berichtet der "Oregonian" unter Berufung auf Gerichtsunterlagen.

Zuvor hatte ein Gericht R. demnach das Grundstück weggenommen, weil er 2016 zu einer Millionen-Zahlung verurteilt worden war. Er soll seine mittlerweile 90-jährige Mutter und ihren gesetzlichen Vormund damals an deren Haus attackiert haben. Einem weiteren Medienbericht zufolge wurde R. im April 2017 von der Polizei verhaftet, nachdem er sich mit einer Waffe in seinem Auto verschanzt hatte. Seitdem sitzt er im US-Bundesstaat Arizona in Haft.

Oregon: Mann nutzt Freigang fürs Fallen legen

Mitte August dieses Jahres sei er für zwei Wochen freigelassen worden, um einige Angelegenheiten zu regeln und den Verkauf seines Hauses vorzubereiten. Bei dieser Gelegenheit soll er die zahlreichen Fallen angebracht haben. Am 29. August habe der Anwalt, der das Grundstück verkaufen sollte, das Warnschild gefunden und die Behörden alarmiert. Zehn Tage später hätten ein FBI-Agent und mehrere Sprengstoffexperten das Anwesen betreten.

Direkt am Gartentor habe die erste Falle auf die Beamten gewartet: Eine auf der Seite liegende runde Holz-Badewanne, die durch eine Schnur ausgelöst, den Hang hinunter auf denjenigen zurollt, der das Tor öffnet. "Es war ziemlich wie in der Szene aus dem Film 'Indiana Jones - Jäger des verlorenen Schatzes', in der Harrison Ford vor einer riesigen Steinkugel flüchten muss", zitiert der "Oregonian" aus den Gerichtsunterlagen.

FBI-Beamter mit Rollstuhl-Falle angeschossen

Im Garten sollen überall Tierfallen gelegen haben, das Garagentor war per Draht mit einem geladenen Gewehr verbunden, das beim Öffnen auf die Tür gefeuert hätte. All diese Fallen erkannten die Beamten dem Bericht zufolge frühzeitig und konnten ihnen entgehen. Im Flur das Hauses übersahen sie aber offenbar eine Falle: Der 67-jährige Besitzer soll einen Rollstuhl so umgebaut haben, dass dieser bei leichtem Kontakt ein Ladung Schrot abfeuerte. Laut "Oregonian" lösten die Polizisten versehentlich den Mechanismus aus, der FBI-Agent wurde von einer Ladung Schrot am Bein verletzt. Ein Geschoss unterhalb seines Knies sei ihm im Krankenhaus entfernt worden.

Immerhin mussten die Behörden den mutmaßlichen Täter nicht lange suchen, er sitzt schließlich in Arizona bereits in Haft. Dem Bericht zufolge muss er sich nun zusätzlich zu den ihm ohnehin vorgeworfenen Straftaten auch noch wegen des "Angriffs auf einen Bundesbeamten" verantworten.

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fin
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