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Berufungsverfahren Gericht kippt erste Entscheidung - Oscar Pistorius wegen Mordes verurteilt

Oscar Pistorius im Gerichtssaal (Archivbild)
Mord statt fahrlässiger Tötung. Oscar Pistorius muss sich nach der Entscheidung des Berufungsgerichts einem neuen Verfahren stellen.
© Michael Hutchings/DPA
Oscar Pistorius erschoss seine Freundin und wurde nach einem Jahr Gefängnis in den Hausarrest entlassen. Vor einem Berufungsgericht forderte die Staatsanwaltschaft ein härteres Urteil - mit Erfolg.

Der südafrikanische Sprintstar Oscar Pistorius ist in einem Berufungsverfahren wegen Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp verurteilt worden. Die vorherige Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung sei falsch gewesen, erklärte Richter Eric Leach am Donnerstag in Bloemfontein zur Begründung. Der Angeklagte ist "des Mordes schuldig", da er mit "krimineller Absicht" gehandelt habe. Leach verwies den Fall an die Vorinstanz zurück. Diese muss nun das Strafmaß neu festsetzen.In Südafrika steht auf "Murder" eine Strafe von mindestens 15 Jahren Haft. Unter besonderen mildernden Umständen könnte das Gericht der ersten Instanz, das im nächsten Jahr auch das neue Strafmaß festlegen soll, eine geringere Strafe als 15 Jahre verhängen. 

Pistorius hatte Steenkamp im Februar 2013 in Pretoria durch die geschlossene Toilettentür seines Hauses erschossen und war dafür in einem ersten Prozess zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Im Oktober dieses Jahres wurde er wegen guter Führung in den Hausarrest in der Villa seines Onkels in Pretoria entlassen. Mitte November trat er einen Sozialdienst an, den er im Rahmen des Arrests ableisten muss.

Bis zur Verhängung der neuen Strafe dürfte der 29-Jährige zunächst weiter unter Hausarrest bleiben. Nach der Verkündung des neuen Strafmaßes könnte Pistorius wieder ins Gefängnis Kgosi Mampuru II in der Hauptstadt Pretoria zurückkehren.

Der unterhalb der Knie amputierte Pistorius hatte seine Freundin Reeva Steenkamp am Valentinstag 2013 mit vier Schüssen durch die geschlossene Toilettentür erschossen. Der frühere Sportler beteuerte stets, einen Einbrecher hinter der Tür vermutet und in Panik gehandelt zu haben.

mad DPA AFP

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