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Strafmaß für fahrlässige Tötung: Sozialarbeit oder Knast - für Oscar Pistorius ist alles drin

Seit 14 Monaten hält der Prozess gegen Oscar Pistorius Südafrika in Atem. Obwohl der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden, könnte der Paralympics-Star einer Gefängnisstrafe entgehen.

Seit dem 19. August läuft der Prozess gegen Oscar Pistorius. Ihn erwarten maximal 15 Jahre Gefängnis.

Seit dem 19. August läuft der Prozess gegen Oscar Pistorius. Ihn erwarten maximal 15 Jahre Gefängnis.

Der südafrikanische Paralympics-Star Oscar Pistorius erfährt am Dienstagvormittag die Strafe für die fahrlässige Tötung seiner Freundin. Rund 20 Monate nach der Tat verkündet Richterin Thokozile Masipa vor dem Obersten Gericht in Pretoria, ob sie der Forderung der Anklage nach mindestens zehn Jahren Gefängnis nachkommt oder welches andere Strafmaß sie festgelegt hat.

Der beidseitig beinamputierte Pistorius hatte das 29-jährige Model Reeva Steenkamp in der Valentinsnacht 2013 durch eine geschlossene Toilettentür seiner Villa bei Pretoria erschossen. Er wurde wegen Mordes angeklagt. Die Richterin wies diesen Vorwurf aber mangels hinreichender Beweise zurück. Stattdessen sprach sie ihn am 12. September der fahrlässigen Tötung schuldig. Pistorius hatte beteuert, die Person hinter der Tür für einen Einbrecher gehalten zu haben.

Die Richterin könnte den 27-Jährigen zu maximal 15 Jahren Gefängnis verurteilen. Möglich wären auch Hausarrest und eine Verpflichtung zu gemeinnütziger Arbeit. Dies hat die Verteidigung gefordert. Sie machte geltend, Pistorius bedauere sein fahrlässiges Verhalten zutiefst. Zugleich warnte sie, dass der behinderte Sportler im Gefängnis Gewalttaten von Mithäftlingen schutzlos ausgeliefert wäre. Staatsanwaltschaft und Verteidigung können gegen das Urteil noch Berufung einlegen.

ono/DPA / DPA