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Ottfried Fischer gewinnt Prostituierten-Prozess: 14.000 Euro Strafe für Ex-"Bild"-Reporter

Das Setting mutet an wie aus einer minderguten Telenovela: Erst filmten die vier Verurteilten den Schauspieler Ottfried Fischer beim Sex, dann verkauften sie das Video an einen Journalisten der "Bild"-Zeitung. Das Gericht sah die Grenze des legalen Journalismus überschritten und verhängte Geldstrafen.

In der Prostituierten-Affäre um den Schauspieler Ottfried Fischer hat das Amtsgericht München einen Journalisten wegen Nötigung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs zu einer Geldstrafe von 14 400 Euro verurteilt. Der ehemalige Mitarbeiter der "Bild"-Zeitung gilt nun als vorbestraft. Vier Mitangeklagte erhielten am Montag Geldstrafen zwischen 600 und 3600 Euro. Sie hatten im Prozess gestanden und sich bei Fischer entschuldigt. Der Verlag der "Bild"-Zeitung, die Axel Springer AG, kritisierte die Entscheidung als "falsch und für Journalisten und Verlage absolut nicht hinnehmbar."

Laut Staatsanwaltschaft hatten zwei Beschuldigte eine Prostituierte angestiftet, ein Video von einem intimen Treffen mit Schauspieler Ottfried Fischer in dessen Wohnung zu drehen. Im Sommer 2009 habe sie gemeinsam mit einer Komplizin den Schauspieler beim Sex gefilmt. Ohne dessen Wissen fälschten sie Kreditkartenbelege für die Liebesdienste in Höhe von insgesamt 74.366 Euro. Das Video sollte angeblich die Forderungen der Frauen belegen. Als Fischer die Abrechnung des Kreditkartenunternehmens erhielt, erhob er Einspruch. Laut den Ermittlungen wurden daraufhin sechs kompromittierende Bilder aus dem Video an das Kreditinstitut weitergeleitet.

Ein anderer Mann soll einem Redakteur der "Bild"-Zeitung das Video verkauft haben. Mit dem Video habe der Journalist den Schauspieler unter Druck gesetzt und ihn zur Mitarbeit an drei "Bild"-Artikeln bewegt. "Solange Sie diese CD nur haben, ist das in Ordnung. Aber wenn Sie sich diese CD nutzbar und gleichzeitig Druck machen, dann ist es eben kein legaler Journalismus mehr", sagte Buch. "Ich glaube nicht, dass das alle Journalisten so machen", betonte er.

APN/DPA / DPA