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Prozess in Paraguay: Ehemann verprügelt seine Frau für jeden Facebook-Like

Es war ein unvorstellbares Martyrium. Ein eifersüchtiger Ehemann hat seine Frau für jeden Facebook-Like so sehr geschlagen, dass ihr Gesicht nur noch durch eine Operation gerettet werden konnte.

Ehemann schlägt seine Frau für jeden Facebook-Like

Schläge für jeden Facebook-Like. In Paraguay hat ein Mann seine Frau so sehr verprügelt, dass sie sich am Ende selbst nicht mehr erkannte (Symbolfoto)

Ihre Augen sind vollständig zugeschwollen, die Nase schief, tief violette Blutergüsse überziehen den gesamten Körper von Adolfina Camelli O. Von der hübschen jungen Frau, die auf ihren Facebook-Fotos in die Kamera strahlt, ist nicht mehr viel zu erkennen. Und doch sind es gerade diese Fotos, die ihr brutalste Schläge einbrachten. So schlimm, dass nur noch eine Operation ihr Gesicht wieder herstellen konnte. "Für jeden "Like", den sie von ihren Freunden bekam, erhielt sie Schläge, da er ihr unterstellte, mit ihnen eine Beziehung zu haben", berichtet ihr Anwalt gegenüber der paraguayischen Nachrichtenseite "Última Hora". Er sei krankhaft eifersüchtig gewesen. Wochenlang habe das Martyrium angedauert.

Eigentlich habe die 21-Jährige jedes Wochenende ihre Familie besucht. Doch die Besuche hörten irgendwann auf. Auch zur Arbeit sei sie nicht mehr erschienen. "Die junge Frau war seit vielen Tagen von ihrer Familie isoliert", sagte die Staatsanwältin Claudia Aguilera gegenüber der paraguayischen Nachrichtenseite "La Nación". Ihre Mutter habe vergeblich versucht ihre Tochter zu erreichen, berichtet die Nachrichtenseite "Paraguay.com". In einem unbeobachteten Moment sei es Adolfina Camelli O. dann gelungen, einer Freundin Fotos von sich geschickt. Diese hätte sie dann ihrem Vater gezeigt, der den gewaltsamen Ehemann schließlich anzeigte. "Der Vater wandte sich an die Polizei und Staatsanwaltschaft, um zu klären, was mit ihr geschehen sei", so Staatsanwältin Aguilera weiter.

Paraguay: Prügel für jeden Facebook-Like

Als die Polizei in der Wohnung der beiden eintraf, hätten sie die junge Frau in einem Zimmer eingeschlossen vorgefunden, so die Ermittler auf einer Pressekonferenz. Die Frau habe nicht sprechen können, so zerschunden sei sie gewesen. Der einzige Grund, weswegen sie keine Zähne verlor, war offenbar, dass er ihr Kleidung in den Mund steckte, damit ihre Schreie nicht zu hören waren. Dennoch war sie am Ende so entstellt, dass sie sich selbst auf Fotos nicht mehr erkannte.

Arnaldo Martínez, der Anwalt des Opfers, berichtet "Paraguay.com": Der Ehemann sei schon länger gewalttätig gewesen. Zunächst hätte er nur an Körperstellen geschlagen, die mit Kleidung gut zu verdecken seien. Seiner Frau habe er weitere Prügel angedroht, wenn sie irgendjemand etwas davon erzählt hätte. "Das einzige Mal, dass sie versucht hat Hilfe zu holen war, als er ihr in den Magen getreten hatte", so Martínez.

Doch Gewalt und Kontrolle nahmen immer weiter zu. Am Ende übernahm er offenbar sogar ihren Facebook-Account, veröffentlichte immer wieder Fotos seiner Frau und stellte sich eine Benachrichtigung ein, um auch ja keine Reaktionen darauf zu verpassen. Inzwischen ist er verhaftet und muss sich wegen Femizid, Freiheitsberaubung und sexuelle Nötigung vor Gericht verantworten. Ihm drohen bis zu 30 Jahren Haft.

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tyr
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