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Pariser Juwelenraub: Polizei fasst nach Jahrhundertcoup Verdächtige

Es war einer der spektakulärsten Raubüberfälle in Frankreichs Kriminalgeschichte: Mehrere zum Teil als Frauen verkleidete Männer erleichterten Ende 2008 den Edeljuwelier Harry Winston in Paris um Schmuck und Juwelen im Wert von 85 Millionen Euro. Die Polizei hatte die Täter schon länger im Visier - jetzt hat sie zugeschlagen.

Sechs Monate nach dem spektakulären Raubüberfall auf einen Nobeljuwelier in Paris hat die französische Polizei 25 Verdächtige festgenommen. Teile der 85-Millionen-Euro-Beute wurden sichergestellt, darunter wertvolle Ringe, Halsketten und Uhren. Zudem fanden die Ermittler bei den Verdächtigen 250.000 Euro in bar und mehrere Waffen. Die französische Innenministerin Michèle Alliot-Marie beglückwünschte am Montag die Fahnder für die Verhaftungen. Die Polizei habe am Sonntag und Montag im Großraum Paris zugegriffen.

Die Fahnder hatten die 25 Personen im Alter zwischen 22 und 67 Jahren seit Monaten beobachtet. Unter den Verdächtigen waren den Angaben zufolge auch einige Frauen. Die Festnahmen erfolgten, nachdem sich am Sonntag herausgestellt hatte, dass Interessenten aus dem Ausland kurz vor dem Kauf von Teilen der Beute standen.

Die Täter hatten Anfang Dezember 2008 eine Pariser Filiale der amerikanischen Luxusjuwelierkette Harry Winston überfallen und Schmuck und Juwelen erbeutet. Bei dem Überfall waren vier Männer mit Pistolen und einer Handgranate in den Laden in der edlen Einkaufsmeile Avenue Montaigne unweit der Champs-Elysées eingedrungen. Drei von ihnen waren als Frauen verkleidet gewesen. Weil die Täter sich sehr gut auskannten, vermutete die Polizei, dass sie Komplizen unter den Angestellten hätten.

Das Versicherungsunternehmen Lloyd’s setzte eine Million Dollar Belohnung aus. Die Filiale war bereits 2007 überfallen worden und die Ermittler glaubten, es könne sich um dieselbe Bande gehandelt haben. Beim ersten Mal hatten die Täter Juwelen für angeblich 44 Millionen Euro geraubt. Zur Kundschaft von Harry Winston gehören die britische Königin Elizabeth II. sowie Stars wie Madonna, Gwyneth Paltrow oder Scarlett Johansson.

DPA/AP / AP / DPA