Pascal-Prozess Gericht sichtet neues Beweismaterial


Im Missbrauchs-Prozess um den seit 2001 verschwundenen Pascal aus Saarbrücken ist das Landgericht auf einer neuen Spur. Dabei geht es nicht nur um die Zulassung neuen Beweismaterials.

Im Saarbrücker Pascal-Prozess will das Landgericht mögliches neues Beweismaterial im Zusammenhang mit dem vermuteten sexuellen Missbrauch eines Spielgefährten von Pascal sichten. Es geht dabei um eine Kiste, in der das heute bei einer Pflegefamilie lebende Kind persönliche Gegenstände wie gemalte Bilder und Erinnerungen aufbewahrt hat. Die Kiste aus dem Kinderzimmer des Zwölfjährigen will die Pflegemutter auf Bitte des Gerichts zur Verfügung stellen, wie sie am Montag als Zeugin erklärte.

Der Pascal-Prozess war am Montag nach dreiwöchiger Weihnachtspause fortgesetzt worden. Das Gerichtsverfahren, in dem sich zwölf Männer und Frauen wegen Mordes und Kindesmissbrauchs oder der Beihilfe zu diesen Taten verantworten müssen, dauert bereits über zwei Jahre und drei Monate. Alle Angeklagten befinden sich inzwischen auf freiem Fuß, da die Kammer Zweifel am Mordvorwurf der Anklage hat.

Am Montag hörte das Gericht eine weitere, auf Tonband aufgenommene Polizeivernehmung von Pascals Spielgefährten an. Darin schildert das damals siebenjährige Kind, es habe sich auf Anweisung der Hauptangeklagten Christa W. ausziehen und in das Kämmerchen der Saarbrücker Bierkneipe «Tosa-Klause» gehen müssen, wo es von Männern vergewaltigt worden sei. Dem Jungen sei von der Polizei auch eine Mappe mit Lichtbildern vorgelegt worden, auf denen er «Leute teilweise wieder erkannt» habe, hieß es.

Der kleine Pascal war am 30. September 2001 in Saarbrücken-Burbach spurlos verschwunden. Seine Leiche wurde trotz zahlreicher Suchaktionen der Polizei nicht gefunden. Der Prozess soll am kommenden Donnerstag fortgesetzt werden.

DPA DPA

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