Pascal-Prozess Verteidigung fordert Freispruch


Nach dreijährigem Prozess um den spurlos verschwundenen Pascal sind am Landgericht Saarbrücken jetzt die Plädoyers verkündet worden - die unterschiedlicher nicht sein könnten. Für eine Angeklagte wird sogar Freispruch gefordert.

Im Prozess um den 2001 spurlos verschwundenen fünf Jahre alten Pascal vor dem Landgericht Saarbrücken haben die Plädoyers der Verteidiger begonnen. Vorgesehen waren sechs Plädoyers, darunter auch die der Verteidigung der Hauptangeklagten Christa W. Für Mittwoch ist die zweite Runde der Plädoyers geplant, am 7. September soll das Urteil gefällt werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte für fünf Angeklagte lebenslange Haft wegen Mordes und sexuellen Kindesmissbrauchs gefordert, außerdem für eine Frau wegen verminderter Schuldfähigkeit 14 Jahre und neun Monate Haft sowie Einweisung in die Psychiatrie, für weitere fünf Angeklagte Freiheitsstrafen von viereinhalb bis neuneinhalb Jahren wegen Beihilfe und in einem Fall Freispruch. Der Oberstaatsanwalt beantragte außerdem Sicherungsverwahrung für vier der mutmaßlichen Mörder, darunter die Wirtin der "Tosa-Klause", Christa W.

Verteidigung fordert Freispruch

Verteidiger der 54-jährigen Christa W. in den Hauptanklagepunkten einen Freispruch gefordert. Die Angeklagte habe sich weder des Mordes an Pascal, noch des Missbrauchs eines angeblichen Spielkameraden schuldig gemacht, sagte der Anwalt Walter Teusch vor dem Landgericht. Lediglich für ein ebenfalls verhandeltes Drogendelikt plädierte Teusch auf eine geringe Geldstrafe unter Strafvorbehalt. Die Kneipenwirtin der "Tosa-Klause" hatte zugegeben, ihrem Sohn Haschisch in das Gefängnis geschmuggelt zu haben.

DPA/AP AP DPA

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