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Zivilcourage: Passant rettet Frau vor jungen Männern - und wird verprügelt

Er sah eine Frau in Bedrängnis und schritt ein: In Hamburg hat ein 28-Jähriger einem Medienbericht zufolge für einen mutigen Akt von Zivilcourage teuer bezahlt.

Angriff auf eine Frau (Symbolbild)

Angriff auf eine Frau (Symbolbild): Ein 28-Jähriger in Hamburg hat laut einem Zeitungsbericht Zivilcourage bewiesen und ist dabei selbst zum Opfer geworden

Ein Mann in Hamburg hat eine junge Frau vor mehreren Angreifern beschützt und ist dafür verprügelt worden. Der 28 Jahre alte Matthias Funk sei am Sonntagmorgen im Problemviertel Osdorfer Born auf dem Heimweg gewesen, als er Schreie einer Frau gehört habe, berichtet die "Hamburger Morgenpost". Dann habe er gesehen, wie vier junge Männer ein Mädchen bedrängt und nach einem Wortgefecht auf sie eingeschlagen hätten.

"Plötzlich tauchten zehn Männer vor mir auf"

Funk habe eingegriffen und die Angreifer weggeschubst, schreibt die Zeitung weiter. Die angetrunkenen Männer seien daraufhin abgezogen. Anschließend habe sich der angehende Berufskraftfahrer um das 26 Jahre alte Opfer gekümmert und die Polizei gerufen. Doch bevor die Beamten eingetroffen seien, sei die Situation eskaliert.

"Plötzlich tauchten zehn Männer vor mir auf. Einer fragte: 'Du suchst mich?!' Dann bekam ich einen Schlag auf den Hinterkopf und versuchte mich zu wehren", zitiert die Zeitung den 28-Jährigen. Drei der Angreifer habe er mit den Fäusten erwischt, bevor er selbst zu Boden gegangen sei. Dort habe er sich zusammengekauert und sein Gesicht mit den Händen geschützt.

Vor den Augen der schreienden und weinenden Frau hätten die Täter minutenlang auf ihn eingetreten und -geschlagen, schilderte Funk der "Hamburger Morgenpost" die Situation. Dann seien sie geflüchtet. Die Polizei bestätigte der Zeitung zufolge, dass eine Anzeige erstattet wurde. Die Ermittlungen in dem Fall dauern demnach an.

Für Funk hatte seine Zivilcourage schmerzhafte Konsequenzen, wie das Blatt berichtet. Der gebürtige Ostfriese habe ein blaues Auge, eine geschwollene Wange, eine aufgeplatzte Lippe und blaue Flecken am ganzen Körper davongetragen. Trotzdem würde er wieder helfen. "Wer weiß, was sie dem Mädchen sonst angetan hätten. Ich lasse mich lieber verprügeln als so etwas in Kauf zu nehmen", sagte er der Zeitung. "Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder mehr Zivilcourage beweisen. Wenn ich in einer solch ausweglosen Situation stecken würde, möchte ich ja schließlich auch, dass mir geholfen wird."

mad
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?