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Prozess in Passau Streit unter Kleingärtnern endet tödlich - Freispruch für den Überlebenden

Zwischen einer geschnitzten, dunklen Holztür und einer steinernen Säule liegt der Eingang vom Landgericht Passau
Das Landgericht Passau folgte mit seinem Urteil der Argumentation der Verteidigung
© Armin Weigel/DPA
Zwei Kleingärtner streiten. Dann reißt einer den anderen zu Boden. Wenig später ist einer tot. Doch der Überlebende ist für den Tod seines Kontrahenten nicht verantwortlich. Zu diesem Urteil kommt zumindest das Landgericht Passau.

Im Prozess um einen tödlichen Streit unter Kleingärtnern hat das Landgericht Passau einen angeklagten Rentner freigesprochen. Der 67-Jährige erhält zudem eine Entschädigung für die Zeit seiner Untersuchungshaft seit Mitte März. Damit folgte das Gericht am Dienstag dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte eine vierjährige Haftstrafe wegen Totschlags in einem minderschweren Fall gefordert.

Ein seit längerem schwelender Streit zwischen dem Rentner und einem anderen Kleingärtner, 54, war im vergangenen März eskaliert. Den Ermittlungen zufolge riss der betrunkene 54-Jährige den Angeklagten zu Boden. Beim Befreiungsversuch verletzte der Rentner seinen Kontrahenten so schwer, dass dieser noch am Tatort starb.

Angeklagter hätte nicht mit Tod des Gegners rechnen müssen

Der Ablauf des Streits sei nicht so gefährlich gewesen, dass der Angeklagte den Tod seines Gegners in Kauf genommen habe oder damit hätte rechnen müssen, betonte der Richter Wolfgang Hainzlmayr. Der 67-Jährige sei angegriffen worden und habe aus Notwehr gehandelt: "Es ist das Risiko des Angreifers, dass er bei der Verteidigung des Angegriffenen verletzt oder gegebenenfalls getötet wird."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Staatsanwaltschaft und der Sohn des Getöteten, der als Nebenkläger auftrat, wollen Rechtsmittel prüfen.

tkr DPA

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