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Sprengsatz im Auto: Bekannter Journalist bei Bombenanschlag in Kiew getötet

Der bekannte Journalist Pawel Scheremet ist Opfer eines Bombenanschlags geworden. Mitten in der ukrainischen Hauptstadt detonierte am Mittwochmorgen sein Fahrzeug.

Kiew: Pawel Scheremet befand sich gerade auf dem Weg zur Arbeit, als sein Auto in Flammen aufgung

Kiew: Pawel Scheremet befand sich gerade auf dem Weg zur Arbeit, als sein Auto in Flammen aufgung

Am Mittwochmorgen ist in Kiew ein bekannter Journalist bei einem Bombenanschlag getötet worden. Pawel Scheremet hatte gerade das Haus verlassen, als es um 7.45 Uhr zu einer Detonation kam, schreibt die ukrainische Zeitung "Ukrainiskaja Prawda", für die der Journalist tätig war. Das Auto hatte bis zur Explosion nur wenige Meter zurückgelegt. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach von einem "Verbrechen". 

"Nach vorläufigen Angaben war es eine Bombe. Ob selbstgebaut oder nicht, müssen Experten klären", sagte Behördensprecher Artjom Schewtschenko am Mittwoch in der ukrainischen Hauptstadt. Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums verfügte die Bombe über eine Sprengkraft von etwa 400 bis 600 Gramm TNT. "Der Sprengsatz war entweder ferngezündet oder hat zeitverzögert angesprochen", sagte ein Sprecher.

Das Unglücksfahrzeug gehörte dem Bericht zufolge der Chefredakteurin der Zeitung. Diese befand sich aber zum Zeitpunkt der Explosion nicht im Fahrzeug. Videoaufnahmen zeigen das brennende Auto.

Pawel Scheremet floh vor Verfolgung in Weißrussland

Der gebürtige Weißrusse begann seine Karriere bei dem weißrussischen Fernsehsender ORT. Wegen eines Konflikts mit dem Lukaschenko-Regime flüchtete er nach Russland, wo er unter anderem mehrere Jahre beim populärsten russischen Staatssender "Pervij Kanal" als Moderator der wichtigsten Nachrichtensendung Russlands arbeitete.

Die letzten fünf Jahre lebte Scheremet in der Ukraine. Neben seiner Tätigkeit für die "Ukrainische Prawda", arbeitete er in Kiew auch für mehrere Fernseh- und Radiosender.

Journalistenmorde in der Ukraine

Erst im April vergangegen Jahres wurden die ukrainischen Reporter Oles Busina und Sergej Suchobok von unbekannten Tätern erschossen. Beide galten als kiewkritisch.

Auch ein Jounrnalist der "Ukrainiskaja Prawda" fiel bereits einem Mordanschlag zum Opfer. Georgi Gongadse, der Gründer der Zeitung, wurde im Jahr 2000 getötet. Die Auftraggeber wurden nie gefunden.


ivi
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