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Nach Pegida-Eklat: Staatsanwalt erhält wegen Galgen-Ermittlungen Morddrohungen

Der Pegida-Galgen für Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Vize Sigmar Gabriel hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Nun sind E-Mails mit drastischen Worten eingegangen.

Auf der Pegida-Demo in Dresden hielt jemand einen Galgen für Angela Merkel und Sigmar Gabriel in die Höhe

Wegen dieses Galgens für Angela Merkel und Sigmar Gabriel ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden gegen Pegida-Anhänger

Der Staatsanwalt, der wegen einer Galgenattrappe bei einer Pegida-Demonstration ermittelt, hat Morddrohungen erhalten. In der Poststelle der Dresdner Staatsanwaltschaft sind mehrere entsprechende E-Mails eingegangen, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Mittwochabend. Darüber hatte die "Bild"-Zeitung in ihrer Online-Ausgabe zuerst berichtet. "Bedrohungen und Beschimpfungen gegenüber Staatsanwälten und Richtern darf es nicht geben", sagte Justizminister Sebastian Gemkow (CDU). Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen Bedrohung eingeleitet, um den anonymen Absender zu identifizieren.

Dieser schrieb unter anderem: "Für Euch ist die Schlinge auch schon geknüpft" oder "Wir kriegen Euch alle". In einer Mail werde ihm mit Erschießung gedroht, "es käme der Tag der Abrechnung", berichtete Staatsanwalt Jan Hille der "Bild". Der Jurist hatte am Vortag über Ermittlungen zum Pegida-Galgen informiert.

Bundesweite Empörung

Der Mann, der die für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) "reservierte" Galgenattrappe zur Schau gestellt hatte, wird nach wie vor gesucht. Der Fall hatte bundesweit Empörung ausgelöst.

Gemkow verurteilte die Anfeindungen "aufs Schärfste" und sieht sie auch als Angriff auf die gerade im Osten mühsam errungene unabhängige Justiz. "Ein Angriff auf sie ist ein Angriff auf den Staat und damit auf uns alle", so der Minister.

tkr/DPA