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Tod einer Journalistin U-Boot-Mord: Dänischer Erfinder Madsen gesteht Schuld in Dokumentation

Das von Madsen selbstgebaute U-Boot "Nautilus"
Die 30-jährige Kim Wall war am 11. August nach einem Treffen mit Madsen auf dessen selbstgebautem U-Boot "Nautilus" (Foto) als vermisst gemeldet worden
© Mads Claus Rasmussen / Scanpix Denmark / AFP
Geständnis in Dokumentation: Der dänische Erfinder Peter Madsen hat erstmals seine Schuld im Mordfall Kim Wall eingeräumt. Ein Gericht hat ihn bereits zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Der wegen der Ermordung der schwedischen Journalistin Kim Wall zu lebenslanger Haft verurteilte dänische U-Boot-Bauer Peter Madsen hat erstmals seine Schuld eingestanden. In einer am Mittwoch ausgestrahlten Dokumentation antwortete der 49-Jährige am Telefon auf die Frage, ob er die junge Frau im August 2017 getötet habe, mit "Ja". "Es gibt nur einen Schuldigen, und das bin ich", fügte er hinzu, nachdem er während des gesamten Verfahrens die Tat bestritten hatte. Laut den Discovery Networks Danmark, die die Doku ausstrahlen, sagte Madsen: "Es ist meine Schuld, dass sie gestorben ist. Und es ist meine Schuld, weil ich das Verbrechen begangen habe. Es ist alles meine Schuld."

"Abgesehen vom 10. August 2017 habe ich noch nie jemandem etwas getan", sagte der 49-Jährige nun im ersten Teil einer Dokumentarserie mit dem Titel "Geheime Aufnahmen mit Peter Madsen". Die Serie basiert auf mehr als 20-stündigen Telefongesprächen zwischen dem Journalisten Kristian Linnemann und Madsen, die ohne sein Wissen aufgezeichnet wurden. Madsen autorisierte jedoch später die Verwendung der Aufnahmen für die Dokumentation

Lebenslange Haftstrafe für Madsen

Mehrere dänische Medien berichten über die neuen Aussagen. So zitiert die Zeitung "B.T." Madsen aus der Dokumentation mit den Worten: "Ich erinnere mich an jede Millisekunde dieser U-Boot-Fahrt." Madsen sagt, dass Wall "einige Dinge" in ihm "getroffen" habe. Er geht allerdings nicht darauf ein, wie genau die Journalistin ums Leben kam. 

Die 30-jährige Kim Wall hatte sich damals für eine Reportage mit dem exzentrischen Autodidakten getroffen. Nach ihrem Treffen mit ihm auf seinem selbst gebauten U-Boot "Nautilus" wurde sie am 11. August als vermisst gemeldet. Madsen behauptete zunächst, er habe sie nach einer Havarie sicher an Land gebracht.

Als ihre Leichenteile in der Ostsee gefunden wurden, sagte er, Wall sei bei einem Unfall an Bord ums Leben gekommen und er habe ihre Leiche im Meer entsorgt. Später änderte er seine Version nochmals und sagte, Wall sei nach einem plötzlichen Druckabfall an Bord gestorben.    

Das Gericht in Kopenhagen befand jedoch den dänischen Erfinder schuldig, Wall sexuell missbraucht, ermordet und zerstückelt zu haben, und verurteilte ihn im April 2018 zu einer lebenslänglichen Haftstrafe. Die Verhandlung wurde von einem großen internationalem Medienangebot begleitet. Der Fall ist einer der spektakulärsten Kriminalfälle der dänischen Geschichte. 

Experten analysieren Madsens Aussagen

Die Aussagen von Peter Madsen werden in der TV-Dokumentation von zwei Experten analysiert: einmal vom ehemaligen forensischen Psychiater Henrik Day Poulsen und dem ehemaligen Ermittler Kurt Kragh. "Die Gespräche, die Kristian Linnemann mit Peter Madsen geführt hat, sollten forensische Psychiater und Ermittler anhören. Sie können absolut entscheidend sein, um in zukünftigen und ähnlichen Mordfällen ein nützliches Profil des unbekannten Täters erstellen zu können", sagt Kragh. 

Teil des Programms soll auch ein eine Frau sein, die ein Verhältnis mit Madsen hatte und in der Dokumentation darüber berichtet, so Discovery Networks Danmark.

Weitere Quellen: Discovery Networks Danmark, "B.T.", "Ekstra Bladet"

rw / fs AFP

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