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Kampf gegen Abu Sayyaf: Philippinische Soldaten töten offenbar Mörder des deutschen Seglers

Die Ermordung eines deutschen Seglers und seiner Frau auf den Philippinen durch die Terrorgruppe Abu Sayyaf machte international Schlagzeilen. Jetzt hat die Armee nach eigenen Angaben den Verantwortlichen für die Bluttat getötet.

Die deutsche Geisel in einem Mitte Februar veröffentlichten Video der Terrorgruppe Abu Sayyaf

Die deutsche Geisel in einem Mitte Februar veröffentlichten Video der Terrorgruppe Abu Sayyaf

Im Februar wurde auf den Philippinen ein deutscher Segler nach monatelanger Geiselhaft von der Terrorgruppe Abu Sayyaf brutal hingerichtet. Jetzt meldet die Armee, sie habe den Mann getötet, der für die Enthauptung des 70-Jährigen verantwortlich gewesen sein soll:  Muamar Askali, ein Anführer der Islamisten. Askali - auch bekannt unter dem Kampfnamen Abu Rami - wurde nach Angaben eines Militärsprechers bei Kämpfen zwischen der Armee und Abu-Sayyaf-Mitgliedern auf der Ferieninsel Bohol erschossen. Er galt seit Jahren als einer der wichtigsten Akteure der Terroristen

Abu Sayyaf hatte den deutschen Segler im Februar vor laufender Kamera enthauptet - angeblich, weil kein Lösegeld für ihn gezahlt wurde. Zuvor hatten die Extremisten bereits im November seine deutsche Lebensgefährtin erschossen, die sich ihrer Entführung widersetzt hatte. Das äußerst brutale Vorgehen hatte international Entsetzen ausgelöst.

"Das ist ein schwerer Schlag gegen Abu Sayyaf"

Die Terrorgruppe finanziert sich mit Entführungen, auch von Ausländern, seit Jahrzehnten den Kampf für einen eigenen Staat. In ihrer Hand sollen sich aktuell mehr als zwei Dutzend Geiseln befinden. Askali trat mehrfach als Sprecher der Terroristen auf. Er war zuvor schon an Entführungen von Urlaubern beteiligt, auch von Deutschen.

Askali wurde den Angaben zufolge am Dienstag bei einem stundenlangen Schusswechsel auf der Insel Bohol, etwa 600 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila, getötet. Ein Armeesprecher, General Eduardo Ano, sagte, die Leiche sei erst später identifiziert worden. "Das ist ein schwerer Schlag gegen Abu Sayyaf", erklärte Ano. "Abu Rami war für viel Grausamkeiten verantwortlich." Insgesamt habe es bei den Kämpfen mindestens zehn Tote gegeben, darunter auch vier Sicherheitskräfte. Vermutet wird, dass die Terrorgruppe auf der Insel Urlauber entführen wollte.

mad / DPA