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Gerwald Claus-Brunner: Piraten-Politiker soll anderen Mann getötet haben

Die Polizei hat bestätigt, dass der Berliner Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner Suizid begangen hat. Zudem gibt es einen schlimmen Verdacht: Der 44-Jährige soll zuvor einen anderen Mann getötet haben.

Der Piratenpolitiker Gerwald Claus-Brunner

Gerwald Claus-Brunner während einer Rede auf einem Piraten-Parteitag im Jahr 2012

Der Piraten-Politiker steht nach Polizeiangaben unter Verdacht, vor seinem Selbstmord einen anderen Mann getötet zu haben. Wegen der "Auffindesituation" der beiden Männerleichen in einer Wohnung im Berliner Stadtteil Steglitz sei ein Tötungsdelikt zu vermuten, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Am Montag hatte die Piratenpartei bekannt gemacht, dass sich der 44-jährige Claus-Brunner nach langer Krankheit das Leben genommen habe.

Nach Polizeiangaben führte der Abschiedsbrief des 44-Jährigen am Montag zu dessen Wohnung, wo sich den Beamten zufolge "ein schauriges Bild" bot. Die Obduktion ergab, dass er sich selbst das Leben genommen habe, teilte die mit. Dagegen wurde der zweite Mann "einige Tage zuvor durch stumpfe Gewalt gegen den Oberkörper getötet".

Mordopfer war 27 Jahre alt

"Bei dem jüngeren Mann handelt es sich wohl um einen 27-Jährigen, der zuvor gegen den anderen Mann Stalking-Vorwürfe erhoben hatte", sagte der Sprecher der Berliner , Martin Steltner. "Die "Bild"-Zeitung hatte zudem berichtet, dass der Mann vor seinem Tod missbraucht worden sein soll. Ermordet wurde er demnach in seiner Wohnung, in der die Polizei Blutlachen fand. 

Nach "Bild"-Informationen hatte Claus-Brunner in den letzten Monaten gegenüber Kollegen und Freunden behauptet, unter einer Generkrankung zu leiden, die zu multiplem Organversagen führe. Demnach soll er gesagt haben, nur noch ein oder zwei Jahre zu leben. Diese Behauptung sei durch die nicht bestätigt worden, berichtet das Blatt. 

Piratenpartei: Faxe war nie einfach

Claus-Brenner gehörte seit dem Jahr 2011 als Abgeordneter der Piraten-Fraktion dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Als die Internetthemen-Partei damals überraschend stark ins Stadtparlament einzog, war Claus-Brunner eines ihrer bekanntesten Gesichter. Wegen seines Kopftuches und den Latzhosen aber auch wegen seiner Größe war Claus-Brunner eine einprägsame Erscheinung.

Die Piratenpartei hatte das Wirken des in Parteikreisen Faxe genannten Politikers in einer Mitteilung ausführlich gewürdigt. "Faxe war nie einfach und er hatte es auch nie leicht", hieß es in der Mitteilung. Aber er habe der Partei ein Gesicht gegeben. Weiter hieß es: "Leb wohl, Faxe! Wir werden dich vermissen."

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

tis / AFP