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Plädoyers im Mordfall Mirco: Staatsanwalt fordert lebenslange Haft

Lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld - das sind die Forderungen der Staatsanwaltschaft für den mutmaßlichen Mörder des zehnjährigen Mirco. Das Urteil vor dem Krefelder Landgericht wird für Donnerstag erwartet.

Die Staatsanwaltschaft hat für den mutmaßlichen Mörder des zehnjährigen Mirco lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Der 45-jährige Olaf H. habe von Anfang an geplant, den Jungen aus Grefrath zu töten, sagte Anklägerin Silke Naumann am Montag vor dem Krefelder Landgericht. Die Nebenklage schloss sich der Forderung an.

Der Verteidiger sagte, er sehe keine Umstände für eine besondere Schwere der Schuld. Er bat das Gericht, diesen Vorwurf genau zu prüfen. Die besondere Schwere der Schuld verlängert die Haftdauer in der Regel um mehrere Jahre. Das Urteil ist für Donnerstag geplant.

"Ich erwarte keine Vergebung"

Im vom Verteidiger verlesenen letzten Wort erklärte Olaf H.: "Mir ist bewusst, was für eine schreckliche Tat ich begangen habe." Es sei ein Alptraum, dem er nicht entrinnen könne. "Ich kann mir meine Tat selbst nicht erklären. Ich erwarte keine Vergebung."

Mirco war am 3. September 2010 auf dem Nachhauseweg am Niederrhein entführt und ermordet worden. Olaf H. hatte die Tat fünf Monate später gestanden und die Ermittler zur Leiche geführt.

Der psychiatrische Gutachter hatte den Angeklagten am vergangenen Freitag als voll schuldfähig eingestuft. Der Manager sei hochintelligent und vermutlich ein sadistisch-perverser Täter.

ins/DPA / DPA