Plädoyers im Sauerland-Prozess Verteidigung verlangt milde Strafe für "Klassensprecher"


Nach der Staatsanwaltschaft ist nun die Verteidigung dran: Im Sauerland-Prozess hat der Anwalt des mutmaßlichen Haupttäters Fritz Gelowicz eine Strafe von weniger als zehn Jahren Haft für seinen Mandanten gefordert. Grund: Schließlich habe er bei der Terrorprävention geholfen.

Der mutmaßliche Anführer der Sauerland-Gruppe, Fritz Gelowicz, soll nach dem Willen seines Verteidigers weniger als zehn Jahre in Haft. Sein Mandant habe die Vorwürfe umfassend eingeräumt und dabei auch bislang unbekannte Einblicke in das Innere des Islamischen Terrors gegeben, sagte Verteidiger Hannes Linke am Dienstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf. Für die Gefahrenabwehr und die Terrorprävention seien dies wertvolle Details gewesen.

Ohne das Geständnis des 30-Jährigen hätten nach Ansicht Linkes auch seine drei mitangeklagten Komplizen nicht ausgesagt. "Ohne das Ja des Klassensprecher wäre es zu keinem Geständnis gekommen", sagte Linke.

Fünfeinhalb und 13 Jahre für die Mitangeklagten

Die Angeklagten hatten in dem seit neun Monaten laufenden Mammutverfahren gestanden, im Auftrag der Islamischen Dschihad Union (IJU) Autobomben-Anschläge auf US-Soldaten in Discos, Kasernen und Flughäfen geplant zu haben. Für den zum Islam konvertierten Hauptangeklagten Gelowicz hatte die Bundesanwaltschaft in der vergangenen Woche eine Haftstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten verlangt.

Ihm werden wie dem 31-jährigen Türken Adem Yilmaz und dem 24-jährigen Konvertiten Daniel Schneider die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, die Verabredung zum Mord und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion zur Last gelegt. Schneider wird darüber hinaus noch versuchter Mord vorgeworfen. Er soll für 13 Jahre ins Gefängnis. Der 24-jährige Deutsch-Türke Attila Selek hat sich laut Anklage der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens schuldig gemacht. Für ihn verlangte die Bundesanwaltschaft eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren.

DAPD dapd

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