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Pläne der Staatsanwaltschaft: Kachelmann droht Revision

Der Kachelmann-Prozess geht offenbar in die nächste Runde. Die Anklage wird laut einem Bericht Revision einlegen - Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge dementiert erst gar nicht, sondern verweist auf kommende Woche.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim will nach Informationen des Senders SWR im Fall Kachelmann Revision einlegen. Der formale Beschluss der Behörde steht aber offenbar noch aus. "Vor Montag wird darüber nicht offiziell entschieden", sagte Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge am Freitag der Nachrichtenagentur DPA. Der Wettermoderator war am Dienstag vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Ex-Freundin freigesprochen worden.

Das Gericht war mit seinem Urteil dem Antrag der Verteidigung gefolgt. Für eine Verurteilung fehlten den Richtern am Landgericht Mannheim die Beweise. Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten für den Wettermoderator gefordert.

Dienstag um Mitternacht läuft die Frist ab

Am kommenden Dienstag um Mitternacht läuft die Revisionsfrist ab. Bis dahin hat die Staatsanwaltschaft Zeit, Revision einzulegen. Die Staatsanwaltschaft kann die schriftliche Urteilsbegründung des Gerichts nur dann prüfen, wenn sie Rechtsmittel gegen das Urteil einlegt. Dann wird das schriftliche Urteil der Anklagebehörde formal zugestellt. Nach einer eingelegten Revision hätte die Staatsanwaltschaft einen Monat Zeit, diese zu begründen. Der Fall würde dann vor den Bundesgerichtshof kommen.

Die 38-jährige Ex-Geliebte hatte Kachelmann in dem Prozess beschuldigt, sie mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er hatte die Vorwürfe stets bestritten. DNA-Spuren stützten die Anklage nicht.

ben/DPA / DPA