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Zwischen Weihnachten und Neujahr: Noch mehr Häftlinge als bisher bekannt aus Berliner Gefängnis Plätzensee geflohen

Ein paar Jahre war Ruhe. Der letzte Gefängnisausbruch in Berlin geschah 2014. Aber Ende 2017 und Anfang 2018 kam es dann heftig für die Justiz und den Senat. Zwischen den Jahren sind insgesamt neun Häftlinge aus dem Gefängnis Plötzensee geflohen.

Aus dem Berliner Gefängnis Plötzensee sind in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr noch mehr Häftlinge geflohen als bisher bekannt. Insgesamt geht es jetzt um neun Männer, die entweder ausbrachen oder aus dem offenen Vollzug entwichen, wie Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Dienstag mitteilte.

So wurde jetzt bekannt, dass auch am Samstag sowie am Sonntag je ein Häftling aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Berlin-Charlottenburg floh. Um einen klassischen Ausbruch handelte es sich dabei aber nicht. Unklar war, ob die Männer tagsüber von einem genehmigten Ausgang nicht zurückkamen oder sich heimlich aus dem Gefängnis schlichen. Die Sicherheitsmaßnahmen im offenen Vollzug, bei dem Gefangene tagsüber außerhalb der JVA arbeiten dürfen, sind bei weitem nicht so streng wie im üblichen Gefängnisvollzug.

Plötzensee: Jedes Jahr viele "Entweichungen"

Am Donnerstag waren vier Gefangene aus Plötzensee ausgebrochen. Einer von ihnen stellte sich am Dienstag den Behörden. Am Freitag war bekannt geworden, dass ein weiterer Häftling nicht aus dem offenen Vollzug zurückgekehrt war. Am Montagmorgen flüchteten zwei Gefangene durch das Fenster einer Nachbarzelle. Einen von ihnen fasste inzwischen die Polizei.

Behrendt verwies darauf, dass im vergangenen Jahr allein aus dem offenen Vollzug in Plötzensee 42 Mal Häftlinge entwichen. Dabei ging es vor allem um Menschen mit sogenannten Ersatzfreiheitsstrafen, die verhängt werden, wenn jemand eine Geldstrafe nicht bezahlen kann. Oft sind das Schwarzfahrer - und keine Schwerkriminellen. Auch in den Jahren davor gab es zwischen 10 und 43 "Entweichungen". 

fin / DPA