HOME

War es Mord?: Verhaftete schoss sich laut Polizei in den Kopf - mit auf dem Rücken gefesselten Händen

Eigentlich war es eine Routine-Verkehrskontrolle - am Ende war eine 19-Jährige tot. Die Polizei behauptet, es sei Suizid gewesen, ein Mediziner sieht das ebenfalls so. Doch die Familie zweifelt daran.

Polizei Blaulicht Nachrichten

Die Routine-Kontrolle der Polizei eskalierte (Symbolbild)

DPA

Sarah Wilson saß auf dem Beifahrersitz, als ihr Freund Holden Medlin an einem Nachmittag letzten August von der Polizei in Chesapeake, Virginia, herausgewunken wurde. Was danach passierte, ist umstritten. Am Ende war die blonde 19-Jährige tot, gestorben durch einen Schuss in den Kopf. 

Die Lage sei eskaliert, sagt die Polizei. Medlin soll der offiziellen Darstellung nach einen Golfball-großen Beutel Drogen heruntergeschluckt haben, als sich die Beamten dem Wagen näherten. Weil die beiden sich gewehrt haben sollen, seien sie gefesselt worden. Als Medlin dann abgehauen sei und von den beiden Beamten verfolgt wurde, habe sich Wilson den Revolver ihres Freundes aus dem Wagen geholt und Suizid begangen.

War es Suizid?

Ihre Eltern bezweifeln das bis heute. "Es ergibt einfach keinen Sinn", sagte Wilsons Mutter dem Lokalsender "ABC13". "Sie hatte nie eine Waffe besessen, benutzt oder auch nur gehalten." Auch weitere Details tragen zum Verdacht der Eltern bei. Wilson waren die Hände hinter dem Rücken mit Handschellen gefesselt, trotzdem soll sie eine Waffe geholt und geschossen haben. Dass die Polizisten sie mit einer Schusswaffe alleine gelassen haben sollen, erscheint ebenfalls merkwürdig. Und: Die Körperkamera des Beamten soll laut Polizei keine Videos aufgenommen haben. Sie sei bei der Verfolgung beschädigt worden, so der Bericht.

Ein Video, dass ein Beobachter machte, schürt einen anderen Verdacht. Der auf Facebook aufgetauchte Handy-Clip zeigt eine Frau, die im Hintergrund auf dem Boden liegt. "Die Polizei hat die Schl**** abgeknallt", sagt ein Mann im Hintergrund. Die Person sei erst später dazugekommen, sagte ein Sprecher der lokalen Polizeistation gegenüber der "Daily Mail" zu dem Clip. "Er hat nichts gesehen."

Mediziner gibt Darstellung der Polizei recht

Der gerade erschienene medizinische Bericht unterstützt die Darstellung der Polizei. Die junge Frau sei an einer Schusswunde im Mund gestorben, lautet die Einschätzung des Experten. Wie das mit Handschellen gelungen sein soll, erklärt der Bericht nicht. Weitere Details der internen Untersuchungen sollen nicht veröffentlicht werden, erklärte ein Beamter dem Lokalsender "WAVY".

Auch wenn ihre Eltern sie als "Sonnenschein" bezeichneten, scheint Wilson eine andere Seite gehabt zu haben. Bei Facebook soll sie über die Folgen einer Drepession gesprochen haben. Im Wagen wurden neben der illegal besessenen Tatwaffe auch zahlreiche verschreibungspflichtige Opiate sowie Spritzbesteck gefunden. Ihr Freund Medlin wurde deshalb im Nachgang zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Quellen: ABC13, Daily Mail, WAVY

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Für Kinder und Jugendliche steht auch die Nummer gegen Kummer von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr zur Verfügung - die Nummer lautet 116 111.

Depressionen

Themen in diesem Artikel