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War es doch der Ehemann?: Seit fünf Jahren vermisst: Polizei verfolgt neue Spur im Fall Annette L.

2010 verschwand Annette L. aus Gelsenkirchen spurlos. Staatsanwaltschaft und Kripo gingen damals davon aus, dass die Mutter von vier Kindern einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Einziger Verdächtiger schon damals: ihr Ehemann.

Von Anette Lache

Ein Bagger lädt Schutt in den Anhänger eines Treckers, während im Vordergrund vier Mitarbeiter des THW stehen

Erst wird die Schutthalde am Rhein-Herne-Kanal mit schwerem Gerät bis auf die Höhe von 2010 abgetragen. Danach geht die richtige Suche los

Bis zu ihrem Verschwinden am 29. Mai 2010 galten sie als Traumpaar: Annette L. und ihr Mann Frank (Name geändert), sie 44 und Hausfrau, er ein Jahr jünger und Polizeioberkommissar. Gemeinsam mit ihren vier Söhnen lebten sie in einer großen Wohnung in einem der besseren Stadtteile von Gelsenkirchen, wo auch Chefärzte und Richter ihr Zuhause haben. Erst nach dem Verschwinden von Annette L. bröckelte die Bilderbuchfassade.  Bei ihren Ermittlungen stieß die Mordkommission Essen auf ein ausgeklügeltes Doppelleben des Familienvaters. Schnell geriet Frank L. unter Verdacht,  seine Frau getötet zu haben. Doch Annette L.s Leiche wurde nie gefunden. Für eine Anklage wegen Mordes oder Totschlags reichten die Indizien nicht aus, die Ermittlungen wurden schließlich im vergangenen Jahr eingestellt.

Doch nun wird wieder nach Annette L. gesucht: Neue Hinweise gingen ein, über 100 Polizisten, Experten der Spurensicherung und Polizeitaucher sind derzeit in einem Gebiet in der Nähe des Gelsenkirchener Zoos "Zoom Erlebniswelt" im Einsatz. Im Mittelpunkt stehen dabei ein Waldgebiet und eine Geröllhalde am Rhein-Herne-Kanal. Unterstützt werden die Beamten von Baggerfahrern, Förstern und dem THW. Die Halde, die an einigen Stellen knapp 15 Meter hoch ist, wird zur Zeit abgetragen.

Ein Bagger lädt Schutt in den Anhänger eines Treckers, während im Vordergrund vier Mitarbeiter des THW stehen

Erst wird die Schutthalde am Rhein-Herne-Kanal mit schwerem Gerät bis auf die Höhe von 2010 abgetragen. Danach geht die richtige Suche los


"Ziemlich erdrückende Beweislage"

"Wie auch schon 2010 steht der Ehemann  von Annette L. im Verdacht, seine Frau getötet zu haben", sagt Staatsanwältin Elke Hinterberg von der Staatsanwaltschaft in Essen. Woher genau die neuen Hinweise  kommen und was sie genau besagen, will sie im Moment noch nicht mitteilen. Nur soviel: "Die Beweislage ist schon ziemlich erdrückend."

Mai 2010: Ein Freund, der einen der Söhne des Ehepaars nach einem Kindergeburtstag nach Hause gebracht hatte, war der Letzte, der Annette L. lebend gesehen hat. Das war am Abend des 29. Mai 2010. Erst neun Tage später meldete Frank L. seine Frau als vermisst, sie habe sich schon früher Auszeiten genommen, erklärte er seinen Kollegen, auch ohne Ankündigung.

Freunde stellen die Vermisste anders dar

Freunde und Verwandte, mit denen der stern nach dem spurlosen Verschwinden der 44-Jährigen gesprochen hatte, erzählten etwas anderes: Annette L. würde niemals ohne Ankündigung verreisen und schon gar nicht ihre Kinder im Stich lassen, sagten sie. Alle schilderten sie als liebevolle Mutter für ihre Söhne, die damals noch klein waren. Eine Glucke sei sie gewesen.

Hunderte von Polizisten waren seinerzeit im Einsatz, Reiterstaffeln, Hubschrauber. Spürhunde, die auf menschliches Blut und Leichengeruch abgerichtet sind, schlugen an den blauen Abdeckplanen im Gartenhaus der Familie an. Und auch im Elternschlafzimmer. Später wurde der schwarze Van, den Annette L. immer fuhr, im Wald gefunden, abgefackelt. Und Reste von Matratzen auf einem Brachgelände. Die Spurensicherung wies nach, dass sie aus dem Ehebett von Annette und Frank L. stammten.

Liebesnest mit der Affäre

Die Ermittlungen brachten zutage, dass Frank L. während seiner Ehe nicht nur immer wieder Verhältnisse mit anderen Frauen gehabt hat, sondern auch eine Zweitwohnung angemietet hatte - keine 700 Meter von seinem eigentlichen Zuhause entfernt. Ein Liebesnest für sich und eine Kollegin. Ihr hatte er erzählt, er sei von seiner Frau getrennt, was er in Wirklichkeit aber nicht war. Bei seiner Frau verschaffte er sich Auszeiten mit ein- und zweiwöchigen Fortbildungen im Rheinland und Diensten, die er angeblich von Kollegen übernehmen musste. Und der Geliebten tischte er ebenfalls Lügengeschichten auf, unter anderem eine Kur. "Wahr ist nur, dass er mit Annette L. verheiratet war und vier Kinder hat", sagte der Sprecher der Essener Polizei, Peter Elke, damals dem stern.

Im April 2010 teilte ihm die Geliebte mit, sie sei schwanger. Niemand weiß, was dann in der Nacht von 29. auf 30. Mai 2010 im Haus der Eheleute passiert ist. Aber Ermittler und Staatsanwaltschaft gingen schon damals davon aus, dass etwas passiert sein muss. Frank L. bestritt stets, etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben.

War Annette L. dem Doppelleben ihres Mannes auf die Schliche gekommen?

Frank L. ist inzwischen nicht mehr im Polizeidienst, da er 2012 wegen versuchter schwerer Brandstiftung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Er hatte sie bestritten. Doch das Gericht ging davon aus, dass er es war, der das Feuer in dem Haus, in dem eine Freundin seiner Frau wohnte, gelegt hat.

Polizei lässt Schutthalde abtragen

Die aktuelle Suchaktion wird noch einige Zeit dauern. Tonnen von Erde und Steinen werden derzeit von der Halde an der Münsterstraße im Stadtteil Bismarck abgetragen. "Aktuell passiert das noch mit grobem Gerät", sagt Polizeisprecher Elke. "Später, wenn wir Steine und Erde soweit entfernt haben, dass die Halde etwa die Höhe von 2010 hat, werden wir mit feinerem Gerät und Spürhunden weitermachen." Die Hoffnung der Polizei: Endlich die Leiche von Annette L. zu finden, endlich den Fall aufzuklären. Peter Elke: "Wir geben nicht auf."

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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