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Für den Dienst untauglich?: Polizei lehnt Bewerberin mit Brustimplantaten ab - sie zieht vor Gericht

Eine Frau aus Dortmund wollte Polizistin werden. Doch der Polizeiarzt lehnte ab. Die Begründung: Wegen ihrer Brustimplantate sei sie untauglich. Gegen das Nein zog die Frau vors Gericht.

Eine Frau aus Dortmund darf nicht Polizistin werden, weil sie Brustimplantate aus Silikon hat

Eine Frau aus Dortmund darf nicht Polizistin werden, weil sie Brustimplantate aus Silikon hat

Sind Brustimplantate aus Silikon ein Hinderungsgrund für die Aufnahme in den Polizeidienst? Mit dieser Frage muss sich am Mittwoch erneut das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen befassen. Eine 31-Jähre alte Frau aus Dortmund hatte sich 2013 für den gehobenen Dienst beworben. Der Polizeiarzt lehnte ab. Bewerber mit seien untauglich für den Dienst. Es bestehe die Gefahr, dass die Einlage bei den manchmal robusten Einsätzen reiße. Die Folge könne eine anhaltende Dienstunfähigkeit sein.

Gegen die Ablehnung setzte sich die Frau zur Wehr und zog gegen das Land als Dienstherrn vor Gericht. Sie sieht sich als Sonderfall, weil ihre Implantate hinter der Muskulatur eingesetzt seien. Notwendig war die Operation aus gesundheitlichen Gründen nicht. Die Implantate seien aus rein kosmetischen Gründen eingesetzt worden, sagte ein Gerichtssprecher.

Frauen mit Brustimplantaten gelten als ungeeignet

Weil die Kammer nicht allein über die gesundheitlichen Risiken befinden wollte, wurde im vergangenen Jahr ein Gutachter beauftragt. Am zweiten Prozesstag soll die Expertenmeinung gehört und ein Urteil gefällt werden. 

Laut der bundesweit geltenden Polizeiverordnung sind Frauen mit in der Brust wegen erhöhter Verletzungsgefahr nicht für den Polizeidienst geeignet. Gerichte urteilen mitunter aber anders.

Gute Chancen hätte die Klägerin aus beispielsweise, wenn die Gelsenkirchener Richter einer Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts München folgen. Dort waren die Richter im vergangenen September einer fachärztlichen Stellungnahme eines plastischen Chirurgen gefolgt. Der Mediziner kam zu dem Schluss, dass bei Implantaten hinter den Muskeln kein erhöhtes Verletzungsrisiko im Polizeidienst besteht.

Erfolgreiche Widersprüche

Die Einschätzung des Polizeiarztes hatte die Kammer als zu pauschal gewertet. Der Polizeiarzt hatte die gesundheitliche Eignung für den Polizeivollzugsdienst als nicht gegeben eingestuft. Vor allem beim Selbstverteidigungstraining und bei gefährlichen Einsätzen könnten die Implantate beschädigt werden.

In Baden-Württemberg hatte vor zwei Jahren eine abgelehnte Bewerberin Erfolg, nachdem sie sich direkt an den Petitionsausschuss des Landtages gewandt hatte. Der Polizeiarzt hatte sie wegen der Silikonimplantate zuvor abgelehnt.

ivi / DPA