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Auto beschmiert: Polizei betrachtet Hakenkreuze nicht als rechtsextrem - und erntet Shitstorm

Das Auto einer türkischen Familie wird mit einem Hakenkreuz beschmiert - aber einen rechtsradikalen Hintergrund will die Polizei zunächst nicht erkennen. Großer Empörung im Netz folgt jetzt eine Erklärung.

Polizeibeamter steht vor einer mit Hakenkreuz beschmierten Hauswand

Hakenkreuz-Schmierereien wie hier an einem Haus im bayerischen Vorra sind eine rechtsextreme Tat - dies war jetzt in einem anderen Fall der Polizei München zunächst nicht ganz klar geworden ...

Die Münchner Polizei im Shitstorm: Beamte haben bei einem auf das Auto eines türkischen Ehepaares gesprühten Hakenkreuz laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" keinen Anhaltspunkt für eine rechtsextreme Tat gesehen. "Für einen politisch rechts motivierten Hintergrund habe man aber bislang keine Anhaltspunkte gefunden", schreibt die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe und zitiert einen Sprecher des Präsidiums.

Nach Medienberichten wurde das Paar auch noch darauf hingewiesen, das Hakenkreuz am besten gleich zu entfernen und nicht damit herumzufahren - damit es sich nicht wegen Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen strafbar macht. "Ich soll mit dem Hakenkreuz auf der Tür nicht am Straßenverkehr teilnehmen", sagte die Ehefrau der Münchner "Abendzeitung".

Hohn und Spott im Internet

Im Internet hagelte es Hohn und Spott für die Beamten. "WEHRT EUCH: Diese verdammten Türken wollen uns Deutsche mit ihren Hakenkreuzautos in Nazis verwandeln!", twitterte zum Beispiel Satiriker Jan Böhmermann.

Die Münchner Polizei betonte schließlich ebenfalls auf Twitter: "Klarstellung i.S. Hakenkreuz: Natürlich wurden Ermittlungen wg. einer rechtsextremistischen Tat eingeleitet." Ein Sprecher konnte am Montag auf Anfrage nicht sagen, ob es zuvor eine andere Einschätzung der Sachlage gegeben habe.

Das mit schwarzer Farbe aufgesprühte Hakenkreuz war am Freitagmorgen vergangener Woche an der Fahrerseite des Autos entdeckt worden. Es entstand laut Polizeibericht vom Montag ein Schaden in Höhe von rund 500 Euro.

tim / DPA