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Polizei nimmt Verdächtigen fest: "Bewegung Morgenlicht" bedrohte Roland Koch

Eine "Bewegung Morgenlicht" hat in den ersten Monaten des Jahres die Frankfurter Polizei in Atem gehalten. Sie verübte sieben Brandanschläge und drohte Hessens Ministerpräsidenten Roland Koch mit einem Bombenanschlag. Wie sich nun zeigt, besteht die "Bewegung" wahrscheinlich aus einem Einzeltäter.

Nach Brandanschlägen gegen diverse Einrichtungen in Frankfurt/Main und einer Bombendrohung gegen den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 49-Jährige, der am Montag gefasst wurde, wird verdächtigt, unter dem Decknamen "Bewegung Morgenlicht" seit Ende Oktober 2009 insgesamt sieben Brandanschläge begangen zu haben. Dies teilte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu am Mittwoch mit. Außerdem soll der Verdächtige im Januar eine Bombendrohung gegen Koch gerichtet haben.

Der Mann wurde den Angaben zufolge aufgrund von Videoaufnahmen von zwei Tatorten und aus einem Internetcafé, von dem aus eines der Bekennerschreiben abgesetzt worden war, gefasst. Anhand dieser Bilder habe eine Polizeistreife am Montag den 49-Jährigen erkannt und ihn festgenommen, teilte Möller-Scheu weiter mit. Am Dienstag sei Haftbefehl wegen dringenden Tatverdachts der Brandlegung in sieben Fällen und einer versuchten Nötigung des Ministerpräsidenten erlassen worden.

Ermittler glauben an einen Einzeltäter

Nach den derzeitigen Erkenntnissen gehen die Ermittler des hessischen Landeskriminalamts und der Frankfurter Polizei davon aus, dass der Mann ein Einzeltäter ist. Da der mutmaßliche Täter in seinen Bekennerschreiben "verschiedene soziale Problemfelder" als Tatmotiv genannt habe, habe das Gericht Wiederholungsgefahr als Haftgrund angenommen.

Zu den sieben Brandanschlägen kam es in der Zeit vom 31. Oktober 2009 bis zum 5. Februar 2010. Ziele waren unter anderem zwei Bankfilialen, ein Drogenmarkt und eine Zeitarbeitsfirma. Am 21. Februar erhielt dann Koch die Bombendrohung mittels einer Bombenattrappe. In der Staatskanzlei und bei der "Frankfurter Rundschau" gingen dazu Bekennerschreiben ein. Der Zeitung zufolge kam das Schreiben von einer "Bewegung Morgenlicht", Hintergrund war demnach angeblicher Protest gegen die Forderungen des CDU-Politikers nach stärkerer Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger.

Die Gruppe werde eine "scharfe" Rohrbombe "im Umfeld Ihrer Besitztümer" folgen lassen, wenn der Politiker seine Äußerungen wiederhole oder "seine arbeitnehmerfeindliche Politik" weiter verfolge, hieß es demnach in der "Redaktionskopie" eines Briefs an Koch.

DPA/APN / DPA