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Hamburg: Polizei stellt 1500 gestohlene Fahrräder sicher - und hat jetzt jede Menge Arbeit

Die Hamburger Polizei hat rund 1500 vermutlich gestohlene Fahrräder sichergestellt. Die sollen jetzt zurück an die Besitzer gehen. Die Beamten stehen vor einer Herkulesaufgabe.

Beamte der Polizei in Hamburg stehen vor meterhoch aufgetürmten Fahrrädern, bei denen es sich vermutlich um Diebesgut handelt.

Die Polizei hat bei einer Razzia in Hamburg rund 1500 vermutlich geklaute Fahrräder beschlagnahmt. Jetzt sucht sie die Besitzer.

Für die Beamten der Hamburger Polizei ist es ein Riesenfund: Sie haben bei einer Razzia in einem Gewerbegebiet in der Nähe des Hamburger Hafens rund 1500 mutmaßlich geklaute Fahrräder sichergestellt. Meterhoch stapelten sich die Räder um die Lagerhallen, vom Mountainbike bis zum Kinderrad. 15 Lastwagen mussten für den Abtransport eingesetzt werden, das Technische Hilfswerk rückte zur Unterstützung an. "Die größte Polizeiaktion gegen die Rad-Mafia in der Hamburger Geschichte", titelte die Tageszeitung "Morgenpost". Die Räder sollen aus Diebestouren in ganz Norddeutschland stammen und bei den Im- und Exportfirmen im Stadtteil Rothenburgsort vor dem Weitertransport nach Osteuropa gelagert worden sein.

Polizei spricht von "Sisyphusarbeit"

Auf die Spur gekommen sind die Ermittler den drei mutmaßlichen Hehlern im Alter von 42 bis 44 Jahren durch monatelange Recherchen einer speziellen Ermittlungsgruppe - aber auch nach dem Fund der Räder ist die Arbeit noch nicht vorbei. Zum einen laufen die Ermittlungen nach möglichen Komplizen und Hintermännern weiter, zum anderen sollen die sichergestellten Fahrräder so schnell wie möglich an die Besitzer zurückgegeben werden - eine "Sisyphusarbeit", sagte ein Sprecher der Hamburger . Und die erfordert vor allem großen organisatorischen und logistischen Aufwand: Die Räder müssen zunächst einzeln gesichtet, untersucht und katalogisiert werden: Marke, Größe, Besonderheiten. Allein diese Vorarbeit kann Wochen dauern.

Fahrräder sollen zurück an die Besitzer gehen

Verhältnismäßig leicht fällt es den Beamten, wenn Bestohlene Anzeige erstattet und die Rahmennummer angegeben haben. Diese Nummern werden mit dem sogenannten bundesweiten Sachfahndungssytem abgeglichen, sodass sich die Polizei bei den Opfern melden kann. Die Beamten wollen auch überlackierte oder unkenntlich gemachte Rahmennummern wieder sichtbar machen - auch das kann lange dauern.

Bei allen anderen Fahrrädern müssen die Merkmale des Rades händisch mit den in erstatteten Anzeigen abgeglichen werden. Fahrräder, die letztlich keinem Besitzer zugeordnet werden können, sollen im Internet präsentiert werden, außerdem wird es Besichtigungstermine für die Räder geben, verspricht die Polizei. Aber erst müssen sich die Ermittler einen Überblick über die Berge von Fahrrädern verschaffen.

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